Redewendung vom 26. Juni 2011

Da beißt die Maus keinen Faden ab

- (resa) Ob der begrabene Hund, die Säue und die Perlen, der abgeschossene Vogel oder eben die Maus und der Faden: Gerne bedienen sich die Redewendungen der Tierwelt.

Für die heutige gibt es gleich drei Erklärungen: Sie könnte ihre Geburtsstunde in der altgriechischen Fabel von Äsop haben. Die Geschichte vom Löwen und der Maus erzählt davon, wie der Große die Kleine verschont. Als der Löwe sich allerdings wenig später in einem Netz gefangen wiederfindet, ist es die Maus, die den Faden durchbeißt. Alleine hätte sich der Löwe schwerlich retten können – hätte die Maus also keinen Faden abgebissen, wäre die Situation aussichtslos geblieben. Denkbar ist auch eine Herführung der Redewendung von der Geschichte der heiligen Gertrud von Nivelles, die beim Spinnen stets von einer Maus gestört wurde. Der Namenstag der heiligen Gertrud markiert im Bauernkalender bis heute den Tag, an dem die Spindel aus der Hand gelegt wird und die Feldarbeit beginnt. Dazu warnt ein österreichisches Sprichwort: „Gertrud hör mit dem Spinnen auf, sonst läuft die Maus den Faden auf und beißt ihn ab.“ Aus dem Haushalt rührt auch die dritte Erklärung: Wertvolle Lebensmittel nämlich wurden früher mit Fäden an der Decke befestigt, damit die Mäuse sie nicht erreichen konnten. Beißt eine Maus heute keinen Faden ab, ist eine Situation unabänderlich oder an einer Aussage nicht zu rütteln.

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