Landwirt aus Ottlar bekommt nach Brand große Unterstützung beim Aufräumen

„Berührt von Hilfsbereitschaft“

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Die Flammen sprangen vom defekten Traktor auf Silo und Scheune über: Dank großer Unterstützung der Dorfgemeinschaft sind die größten Aufräumarbeiten bereits geschafft.Foto: Demski

Diemelsee-Ottlar - Der Schock sitzt tief: Am Donnerstag brannten Silo und Scheune auf dem Hof von Familie Gottschalk in Ottlar ab. In die Anspannung der Familie mischt sich Dankbarkeit. Die Dorfgemeinschaft war am Samstag auf den Beinen und half beim Aufräumen.

Es riecht noch ein bisschen nach Ruß. Der ausgebrannte Traktor steht am Feldrand, und die Spuren des Brandes sind am Gebäude noch deutlich zu sehen. „Aber es sieht heute schon viel besser aus als noch am Freitag“, sagt Landwirt Friedrich Gottschalk, „und dafür möchten wir den Menschen im Dorf danken.“

Nachdem am Donnerstag rund 100 Einsatzkräfte aus der Region den Großbrand löschten und verhinderten, dass die Flammen auf das Wohnhaus übergriffen, hatte auch die Brandwache alle Hände voll zu tun. „In der Nacht sorgten Brandnester immer wieder dafür, dass das Feuer erneut ausbrach“, erzählt Eckhard Biederbick, Vorsitzender der Feuerwehr in Ottlar. Rund 20 Feuerwehrleute aus Giebringhausen und Ottlar hielten Wache, kontrollierten und löschten nach - bis Freitagmittag.

„Dann erst offenbarte sich die schwierige Situation an einer Zwischendecke“, erzählt Gottschalk. Schutt, Schiefer und Isoliermaterial waren auf die Decke gestürzt. Inmitten dieser Masse sorgten Brandnester für Gefahrenpotenzial. „Am Samstag war dann die ganze Dorfgemeinschaft auf den Beinen“, berichtet Biederbick, „um beim Aufräumen zu helfen“. Die Gemeinde stellte einen Radlader, ein heimisches Unternehmen einen Minibagger, und rund 30 Helfer aus Ottlar packten an, um den letzten Brandherden ein Ende zu machen.

Dank für große Hilfe

„Ohne diese Hilfe wäre die Gefahr riesig gewesen, dass es wieder anfängt zu brennen, wir hätten das alleine nicht geschafft“, sagt Friedrich Gottschalk, noch immer gerührt von dem großen Einsatz der Nachbarn. „Das war überwältigend“, sagt er. Seine Stimme bricht.

Kleine Teams hätten sich gebildet, um an den verschiedenen Stellen zu arbeiten: Die einen schafften Schutt und Ziegel weg, die Feuerwehr löschte nach. Die anderen bauten mit Hilfe eines Zimmermanns ein Notdach für einen beschädigten Teil des Wohnhauses. „In großen Containern wurde der Schutt vom Hof geschafft“, erzählt Biederbick. Viele fleißige Hände sorgten unterdessen für die Verpflegung der Helfer, und der Nachbar erklärte sich bereit, dass in seinem alten, noch funktionstüchtigen Melkstand Gottschalks 120 Kühe gemolken werden können.

Diese Hilfe sei psychologisch ganz wichtig gewesen für die Familie: „Freitagmittag haben wir nur die Ruine gesehen, am Samstag waren dann plötzlich viele Menschen da, die einfach anpackten“, sagt Friedrich Gottschalk, „und deswegen möchten wir allen für ihre Hilfe danken.“

Zukunftspläne schmieden

Und wie geht es weiter? Der Landwirt plant inzwischen mit Experten, wie der Stall wieder aufgebaut, die Technik im Melkstand wieder funktionstüchtig gemacht wird. „Ich hoffe, dass wir in drei Wochen in unseren Melkstand zurückkehren können“, sagt Gottschalk, „einen Normalzustand erreichen wir wohl frühstens im Herbst.“

Von Theresa Demski

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