Neue Ausrichtung der Agentur für Arbeit Korbach

Arbeitsleben: Schüler früher vorbereiten, Beschäftigte weiterbilden

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Welcher Beruf passt zu mir? Diese Frage kann viele Jugendliche überfordern. Das „Selbsterkundungstool“ der Arbeitsagentur soll helfen, eine Antwort zu finden.

Waldeck-Frankenberg – Schüler sollen früher als bisher auf die Berufswahl vorbereitet werden. Außerdem sollen Beschäftigte auch im Arbeitsleben kontinuierlich begleitet und bei Bedarf weitergebildet werden.

Das sind die Ziele einer neuen Ausrichtung der Agentur für Arbeit im Bereich Berufsberatung.

Bundesweit ist das Projekt im September gestartet. „Es soll dazu beitragen, Misserfolgen vorzubeugen und die Abbrecherquote bei Ausbildungen zu reduzieren“, erklärt Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach, die für die beiden Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder zuständig ist. „Früher, öfter, intensiver sollen Menschen beraten und begleitet werden, um den passenden Beruf zu finden“, sagt die Pressesprecherin Cornelia Harberg. Sämtliche Schulen im Agenturbezirk seien beteiligt, und die Agentur arbeite eng mit den Kammern und Arbeitgebern zusammen. Konkret bedeute der neue Ansatz, dass Schüler der Sekundarstufe I schon in der Jahrgangsstufe acht anstatt wie bisher in der neunten Klasse über berufliche Möglichkeiten informiert werden. Für die Sekundarstufe II stehen die Berufsberater nun bereits zwei Jahre vor dem Abitur zur Verfügung.

"Lebenslange" Begleitung

Zudem wird der Ort verlagert: vom Büro des Beraters in die Schule. Die Arbeitswelt sei in einem stetigen Wandel, sei es aufgrund demografischer, struktureller oder technischer Veränderungen, erläuterte Uwe Kemper. Dies erfordere auch ein Umdenken in der Berufsberatung. Anstatt wie bisher den Fokus auf eine bestimmte herausfordernde Phase im Berufsleben eines Einzelnen zu legen, begleite man die Menschen nun „lebenslang“. Lange seien Kunden auf der Grundlage des Alters beraten worden, je nachdem, ob sie unter oder über 25 Jahre alt waren. Jetzt werde stattdessen unterschieden zwischen der Phase vor dem Eintritt ins Erwerbsleben und der während des Erwerbslebens.

Derzeit brechen rund 20 Prozent aller Auszubildenden deutschlandweit ihre Lehre ab. Viele Jugendliche beschäftigen sich laut Uwe Kemper zu spät mit den Möglichkeiten des Arbeitsmarktes und mit ihren eigenen Fähigkeiten und Vorlieben. Da soll die „lebenslange Berufsberatung“ ansetzen.

Fähigkeiten und Interessen erkunden

Ein wichtiger Bestandteil der frühen Beratung ist die „Selbsterkundung“. Diese läuft über ein Programm im Internet, das bei der Wahl der Ausbildung oder eines Studiums unterstützt. Dabei werden auf der Grundlage psychologisch fundierter Verfahren individuelle Fähigkeiten, soziale Kompetenzen sowie fachliche und berufliche Interessen analysiert. Die Ergebnisse werden laut Arbeitsagentur mit den Anforderungen der Studienfelder und Ausbildungsberufe abgeglichen

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