Waldeck-Frankenberg

Beschäftigungsgesellschaft insolvent

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- Waldeck-Frankenberg (r/bs). Der Beschäftigungsgesellschaft droht ein finanzielle Kollaps. Deshalb hat der Aufsichtsrat beschlossen, vorläufig Insolvenz anzumelden.

In der Sitzung des Aufsichtsrates der Beschäftigungsgesellschaft Waldeck-Frankenberg (BWF) am Dienstag informierte Geschäftsführer Volker Heß die Mitglieder darüber, dass sich die finanzielle Situation der Gesellschaft drastisch verschlechtert hat. Es fallen derzeit monatliche Defizite in fünfstelliger Höhe an. Ursache sei vor allem die Streichung von Förder- und Qualifizierungsprogrammen, die von der Beschäftigungsgesellschaft durchgeführt wurden. Die jetzt entstandene Situation habe aber nichts mit der geänderten Struktur der Gesellschaft beziehungsweise dem Beitritt neuer Gesellschafter zu tun.

Die Gesellschaft, die als gGmbH geführt wird, sei derzeit noch zahlungsfähig, bis zum Jahresende würden sich die Defizite voraussichtlich aber auf 200 000 bis 250 000 Euro summiert haben, stellte Landrat Dr. Reinhard Kubat fest, unter dessen Vorsitz der Aufsichtsrat tagte. „Wir haben deshalb keinen anderen Weg gesehen, als vorsorglich die vorläufige Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zu beantragen. Dies war ein schwerer, jedoch letztlich unumgänglicher Entschluss, der unbedingt notwendig ist, wenn man der Gesellschaft eine reelle Perspektive erhalten will.“ Die BWF erhalte damit die Möglichkeit, sich drei Monate intensiv um Sanierungskonzepte und neue Kunden zu bemühen.

In einer Betriebsversammlung hatten die Mitglieder des Aufsichtsrates die 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beschäftigungsgesellschaft über die aktuelle Lage und über die geplanten nächsten Schritte informiert. Im Anschluss daran fand eine Gesellschafterversammlung statt. Die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat verständigten sich darauf, umgehend die Einleitung des vorläufigen Insolvenzverfahrens zu beantragen. Gleichzeitig sollen Gespräche mit Kunden und Auftraggebern geführt werden, um den Auftragsbestand zu erhalten – insbesondere im Bereich der Schulverpflegung und bei sonstigen Essenslieferungen. Beide Gremien sehen gute Chancen für eine Weiterführung der BWF mit geänderten beziehungsweise neuen Geschäftsfeldern, hieß es in einer Erklärung.

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