Waldeck-Frankenberg

Bilanz zum Ausbildungspakt: Bewerber durch Berufsberatung gewinnen

- Waldeck-Frankenberg (nv). Konjunkturkrise, demografischer Wandel, schulische Weiterbildung: Obwohl die Zahlen von Ausbildungsstellen und Bewerbern rückläufig sind, zeigen sich Arbeitsagentur, IHK und Kreishandwerkerschaft mit dem Ergebnis ihres Ausbildungspakts zufrieden.

„In diesem Ausbildungsjahr haben wir das erste Mal einen Wechsel vom Anbieter- zum Nachfragemarkt zu verzeichnen“, berichtet Gerhard Brühl, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg, mit Blick auf den Ausbildungsmarkt. „Überspitzt gesagt stehen die Betriebe nun bei den Bewerbern Schlange.“

Die Zahlen von Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkerschaft – seit 2004 bilden diese den Ausbildungspakt – bestätigten Brühl: Bis zum 30. September verzeichnete die Arbeitsagentur 1423 Ausbildungsstellen (2007: 1516) und 1320 gemeldete Bewerber (1581). „Das sind Rückgänge von 6,1 und 16,5 Prozent. Da ist schon eine Hausnummer“, betont Agenturchef Eckart Schäfer. Den Rückgang begründet der Fachmann mit demografischer Entwicklung, offensiver Werbung der Unternehmen am Ausbildungsmarkt und zunehmender Eigeninitiative hoch qualifizierter Bewerber.

Mit 836 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verbuchte die IHK laut Dr. Peter Sacher, Leiter des Service-Zentrums Waldeck-Frankenberg, 55 Verträge weniger als im Vorjahr. Die Wirtschaftskrise habe sich vor allem bei den gewerblich-technischen Ausbildungsgängen bemerkbar gemacht, hebt Sacher hervor. 282 Ausbildungsplätze wurden besetzt, 52 weniger als im Vorjahr. Die Kreishandwerkerschaft schloss 352 und damit 30 Lehrverträge weniger ab als 2007 (minus 7,9 Prozent). Zum Vergleich: der Wert im Kammerbezirk beträgt laut Brühl minus 8,5 Prozent, der Bundesdurchschnitt 5,9 Prozent.

Viele Betriebe hätten keine oder nur wenig Bewerbungen bekommen, erläutert Brühl. Als einen Grund nennt der Experte den demografischen Wandel, das heißt zurückgehende Schülerzahlen. Einige Ausbildungsstellen, zum Beispiel im Bäcker- und Fleischerhandwerk, würden bei einem Lehrstellenüberschuss überhaupt nicht mehr nachgefragt, zeigt er sich besorgt. Im IHK-Segment seien das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Betriebe mit schlechtem Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr am stärksten betroffen, berichtet Sacher.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 24. November 2009.

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