Nach vier Wochen seit der Wiedereröffnung

Bilanz der Gastronomie in Waldeck-Frankenberg: Viele Tische bleiben leer

Heinz Schrewe (links) aus Herrsching am Ammersee und Uwe Siebott aus Dodenau gehörten in dieser Woche zu den Gästen im „Wieners“ im Frankenberger Ederberglandbad. Hinten: Gastwirt Josef Hofmarcher.
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„Zum Wohl“: Heinz Schrewe (links) aus Herrsching am Ammersee und Uwe Siebott aus Dodenau gehörten in dieser Woche zu den Gästen im „Wieners“ im Frankenberger Ederberglandbad. Hinten: Gastwirt Josef Hofmarcher.

Seit vier Wochen dürfen die Gastronomen in Waldeck-Frankenberg ihre Betriebe wieder öffnen. Allerdings wegen der Pandemie nur unter strengen Vorgaben. Die Bilanz des ersten Monats fällt durchwachsen aus.

„Die Lockerungen machen sich peu à peu bemerkbar“, sagt Jürgen Figge, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Waldeck-Frankenberg – es lasse sich wieder besser wirtschaften, wenn auch nicht gut. Seit Öffnung der Gastronomie- und Hotelbetriebe wurden einige Vorschriften wieder gelockert oder aufgehoben – allen voran die nur in Hessen bestehende Regel, nach der nur ein Gast auf fünf Quadratmeter kommen durfte.

Diese schränkte die Kapazitäten deutlich stärker ein als das bloße Abstandsgebot von 1,50 Metern. „Und den Gästen war schwer zu erklären, warum sie an bestimmten Stellen nicht Platz nehmen durften, obwohl der Abstand gegeben war“, erläutert Figge.

Nicht sehr glücklich mit den aktuellen Abstands- und Hygieneregelungen ist der Dodenauer Hotelier Axel Sassor. „Viele wollen nicht verstehen, dass sie sich bei jedem Besuch wieder eintragen müssen“, berichtet Sassor über die Anmeldeformulare. Einige Stammkunden blieben der Gastwirtschaft aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus fern.

Wirtschaftlich hat es die Branche hart getroffen: Die Regelungen seien zwar lockerer, doch die Ausfälle der vergangenen Monate „können wir im Leben nicht mehr aufholen“, sagt Silke Seifert vom „Appelbaum“ in Vöhl. Alle geplanten Hochzeits- und Konfirmationsfeiern seien abgesagt worden. Insgesamt seien die Menschen noch sehr vorsichtig. Gäste würden zwar kommen, aber nur sehr verhalten.

Andere Betriebe sind nach wie vor geschlossen: „Wir halten die Maßnahmen für richtig, haben uns aber dafür entschlossen, unser Restaurant noch nicht zu öffnen“, sagt Christian Weis vom Hotel Touric in Korbach. Die Nachfrage sei noch zu gering. „Wir sind stark auf Familienfeiern ausgerichtet und gerade da fühlen sich die Leute noch nicht sicher, verständlicherweise: Viele Familienmitglieder gehören Risikogruppen an“, erklärt Weis. Eine Öffnung rechne sich daher nicht.

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