Zahlen andernorts in Hessen höher

Bislang 160 Corona-Tote in Waldeck-Frankenberg

Ein Corona-Patient auf der Intensivstation: Waldeck-Frankenberg weist zusammen mit dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis und der kreisfreien Stadt Darmstadt bei der absoluten Zahl der Corona-Toten momentan den niedrigsten Wert in Hessen auf. (Symbolbild)
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Ein Corona-Patient auf der Intensivstation: Waldeck-Frankenberg weist zusammen mit dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis und der kreisfreien Stadt Darmstadt bei der absoluten Zahl der Corona-Toten momentan den niedrigsten Wert in Hessen auf. (Symbolbild)

Die Corona-Inzidenzen steigen in Deutschland seit einigen Tagen wieder an. Trotz des Impf-Fortschritts sterben täglich immer noch Menschen mit oder an Covid-19.

Auffällig dabei ist: Waldeck-Frankenberg weist zusammen mit dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis und der kreisfreien Stadt Darmstadt bei der absoluten Zahl der Corona-Toten momentan den niedrigsten Wert in Hessen auf.

In Waldeck-Frankenberg sind bis Donnerstag, 22. Juli, 160 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben – bei 6375 Infizierten seit Beginn der Pandemie. Zum Vergleich: Im Werra-Meißner-Kreis liegt die Zahl der Corona-Toten aktuell bei 157 und damit auf ähnlich niedrigem Niveau wie in Waldeck-Frankenberg. Allerdings: Im Werra-Meißner-Kreis haben sich seit Ausbruch der Pandemie „nur“ rund 3700 Menschen infiziert. Damit liegt die Sterberate unter den Corona-Infizierten dort bei 4,2 Prozent, während sie in Waldeck-Frankenberg 2,5 Prozent beträgt. Der heimische Landkreis befindet sich mit diesem Wert unter dem Landesdurchschnitt (2,58 Prozent), aber über dem Bundesdurchschnitt (2,44 Prozent).

„Eine Bewertung darüber, warum die Sterbequote in Waldeck-Frankenberg niedriger ist als in Hessen, aber höher als im Bundesdurchschnitt lässt sich schwer treffen. Die Menschen, die in Waldeck-Frankenberg im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben sind, befanden sich überwiegend im fortgeschrittenen Alter und litten oftmals leider bereits an belastenden Vorerkrankungen“, teilt Kreissprecherin Ann-Katrin Heimbuchner auf Anfrage mit. Der Landkreis habe sehr frühzeitig Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen, in denen viele ältere Menschen zusammenkommen, ein Impfangebot gemacht. Dadurch sei sicherlich ein gewisser Schutz der Risikogruppen erreicht worden.

Beim Blick auf die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg fällt zudem auf, dass die Infektionsquote im Landkreis etwas niedriger ist als in Hessen und der Bundesrepublik – gemeint ist mit der Quote der Anteil aller bisher Infizierten an der jeweiligen Gesamtbevölkerung. In Waldeck-Frankenberg mit rund 156 400 Einwohnern liegt die Infektionsquote aktuell bei 4,07 Prozent, während sie in Hessen bei 4,66 Prozent und in Deutschland bei 4,56 Prozent liegt.

Sorgfältige Nachverfolgung, vermehrte Tests

Warum sich in Waldeck-Frankenberg im Vergleich zum Landes- und Bundesschnitt verhältnismäßig weniger Menschen mit Corona infiziert haben, darüber lässt sich nach Auskunft des Landkreises „nur mutmaßen“. Fakt sei, dass der Landkreis sehr frühzeitig zahlreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unternommen habe. Dazu gehörten eine sorgfältige Nachverfolgung der Infektionsketten, vermehrtes Testen und Quarantäne-Anordnungen sowie individuelle und passgenaue Angebote zur Unterstützung der Impfkampagne. 

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