Waldeck-Frankenberg

Ein bißchen ums Überleben gespielt

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- Waldeck-Frankenberg (lb). Mit der Vorstellung der Werkstattergebnisse um 10 Uhr in der Freilichtbühne endet am Samstag die Korbacher Theaterwoche 2011. Aber auch im kommenden Jahr soll die Kreisstadt in der Himmelfahrtswoche vom 14. bis 19. Mai wieder zum Zentrum für Schul- und Amateurtheater werden – wenn die Finanzierung steht.

„Es ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Wir gehen aber davon aus, dass wir es mit Hilfe des Fördervereins und der Sponsoren wieder hinkriegen“, sagte Dr. Hartmut Wecker, der Leiter des Fachdienstes Öffentlichkeitsarbeit und Kultur beim Landkreis, in der Sitzung des Kuratoriums der Theaterwoche in der Korbacher Jugendherberge.

Nachdem sich der Kreis im vergangenen Jahr unter großen Protesten aus der Finanzierung zurückgezogen hatte (Netto-Zuschussbedarf: rund 20 000 Euro), mussten die Organisatoren der Theaterwoche in diesem Jahr erstmals auf alternative Geldgeber zurückgreifen. Außerdem wurde ein Förderverein gegründet, dessen aktuell 33 Mitglieder sich ideell und finanziell für den Fortbestand der Theaterwoche einsetzen wollen.

Ungeachtet finanzieller Unwägbarkeiten, das Werkstatt-Thema für 2012 steht indes schon fest: „Theater an öffentlichen Plätzen“ – was auch als Aufforderung an die Teilnehmer zu verstehen ist: Denn sie sollen erste Ergebnisse ihrer Arbeit in den Werkstätten bereits am dritten Tag der Theaterwoche in der Stadt vorstellen, etwa als „Living Dolls“ mit szenischen Standbildern in den Schaufenstern der Fußgängerzone. Aber auch Korbacher Gruppen und Institutionen sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Kuratoriumsmitglied Michael Schwarzwald denkt etwa an die Akteure der Freilichtbühne, die mit einer kurzen Darbietung für ihre eigenen Aufführungen werben könnte, an Schulchöre oder die Musikschule. Ergebnis soll eine Kulturmeile in der Innenstadt mit gut einem Dutzend Gruppen sein.

Die 62. Auflage der Theaterwoche habe wieder hohes Niveau bewiesen, blickte Wecker zurück. „Man hatte das Gefühl, jede Gruppe weiß, wie ernst es um den Fortbestand ist, alle haben ein bisschen ums Überleben der Theaterwoche gespielt“, so der Kreis-Kulturchef: „Wir haben tolle Produktionen gesehen.“ Wecker bedauerte, dass nur wenige Theatergruppen heimischer Schulen sich beteiligt hätten. Aufführungen mit „wunderschönen Bildern“ aber auch mit viel Gesprächsstoff hätten diese Theaterwoche geprägt, bilanzierte Schwarzwald: „Wir können ohne große Schwierigkeiten mit dem Theatertreffen der Jugend in Berlin mithalten.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 4. Juni

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