Tierseuche in Bad Kreuznach ausgebrochen

Blauzungenkrankheit: Sperrgebiet gilt auch für den Süden Waldeck-Frankenbergs

ARCHIV - Ein Tierarzt hält auf einem Bauernhof in Petersberg bei Fulda eine Spritze mit dem Impfstoff "Zulvac" in der Hand (Archivfoto vom 20.05.2008). Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne gegen die Blauzungenkrankheit ist es weiter unklar, ob die Seuche eingedämmt werden kann. In den baden-württembergischen Risikogebieten seien inzwischen die meisten Tiere gegen das Virus geimpft, sagte der Referent für Tiergesundheit im Agrarministerium im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lsw (zu lsw-Gespräch: "Ministerium: Wirkung der Impfaktion gegen Blauzungenkrankheit unklar" vom 13.06.2008) MORGENBILD FREITAG 13.06.2008 +++(c) dpa - Bildfunk+++
+

Waldeck-Frankenberg. Mit dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz ist die Tier-Seuche wieder ein Stück näher an hessisches Landesgebiet herangerückt. Das um den Ausbruchsbetrieb einzurichtende Sperrgebiet mit einem Radius von mindestens 150 Kilometern umfasst nun auch den Südkreis Waldeck-Frankenbergs.

Wie der Landkreis in Korbach am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, sind die Kommunen Allendorf-Eder, Battenberg, Bromskirchen, Burgwald, Frankenberg, Gemünden, Haina, Hatzfeld und Rosenthal davon betroffen. Zuvor hatte das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die Ausweitung des Sperrgebiets informiert.

Nahezu vollständig im Sperrgebiet liegen laut Ministerium die Kreise in Süd- und Mittelhessen. Die einzige Ausnahme bilden wenige Gemeinden im nordöstlichen Vogelsbergkreis, die noch nicht dem Sperrgebiet angehören. In Nordhessen sind neben den genannten Kommunen in Waldeck-Frankenberg auch Städte und Gemeinden im Kreis Fulda und im Schwalm-Eder-Kreis von Sperrmaßnahmen betroffen.

Die Maßnahmen besagen, dass Wiederkäuer, die nicht wirksam gegen das Virus der Blauzungenkrankheit geimpft sind, nur innerhalb des Sperrgebiets verbracht werden dürfen. Außerdem müssen alle Tierhalter im Sperrgebiet, die Wiederkäuer wie Rinder, Schafe oder Ziegen halten, sofern dies noch nicht vorgenommen wurde, die Haltung bei der zuständigen Veterinärbehörde anmelden.

Die Ämter für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in den betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten erteilen Auskünfte über die Ausdehnung des Restriktionsgebiets, die dort geltenden Vorgaben und Ausnahmeregelungen. Die Blauzungenkrankheit ist eine durch Stechmücken übertragene Tierseuche. Für den Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr, weshalb Fleisch- und Milchprodukte ohne Bedenken verzehrt werden können.

Ein umfassender Schutz des Tierbestands vor der Blauzungenkrankheit lässt sich durch eine zweimalige Impfung erreichen. Für Schafe verläuft die Krankheit oftmals tödlich. Im Falle von schweren Verläufen treten Fieber, Atemprobleme, vermehrter Speichelfluss sowie die typisch geschwollenen und namensgebend blaugefärbten Zungen auf.

Bei Ziegen sind grundsätzlich die gleichen Symptome wie bei Schafen erkennbar, sie sind meist aber deutlich schwächer ausgeprägt. Bei Rindern verläuft die Erkrankung meist milder.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare