Rezepttipps

Lecker und schön – Blüten auf dem Teller

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Ein simples Dessert wie Joghurt mit frischen Früchten kann mit Blüten nicht nur optisch aufgehübscht werden.

Kulinarik und Botanik das passt zusammen! Hier einige Rezepttipps mit Blüten.

Es begann mit dem Facebook-Post einer Freundin, die ihre ausufernde Kürbisplantage vor der Terrasse fotografiert hat. Und dem Kommentar einer Italienerin, oh wie lecker, ob sie denn wüsste, dass man Kürbis- wie auch Zucchiniblüten wunderbar frittieren kann? Meine Neugier war geweckt. Und prompt bekam ich ein original römisches Rezept für „fiori di zucchina fritti“ und Lust auf mehr Rezepte rund ums Thema Blüten.

Wer es noch nicht wusste: Frittierte Zucchiniblüten zählen zu den Klassikern der römischen Küche und werden in jeder Pizzeria der Stadt als Vorspeise angeboten, lerne ich von meiner neuen italienischen Facebook-Freundin. Und das Gericht lässt sich zuhause total einfach selbst machen. Für die Füllung braucht es nur Mozzarella und Sardellenfilets. Dabei ist wichtig, keinen Büffelmozzarella zu verwenden, der die Blüten zu stark verwässern würde.

Zucchiniblüten zählen gefüllt und frittiert zu den Klassikern der römischen Küche.   

Für 12 Zucchiniblüten rät das Rezept aus „La Cucina Italiana“, quasi die Bibel der italienischen Küche, zu 125 Gramm Mozzarella und 6 Sardellenfilets – also einem halben Filet pro Blüte. Die sollte jeweils vorher vorsichtig geputzt, dann gefüllt und am Ende vorn zusammengedreht werden, damit die Füllung nicht ausläuft.

Zum Frittieren benötigt man einen großen Topf und einen Liter extra natives Olivenöl. Damit die Blüten besonders schmackhaft und knusprig werden, werden sie noch in einen Teig getunkt, bevor sie ins heiße Fett kommen.

Dazu werden 250 Gramm Hartweizenmehl mit zwei Prisen Salz und einem Teelöffel Zucker sowie sehr kaltem Mineralwasser verrührt – bei der Mengenangabe bekomme ich augenzwinkernd „Augenmaß“ angeraten. Was ich persönlich so gar nicht habe.

Mit ein paar Löffeln Mehl und etwas Wasser starten, dann beides nach und nach weiter zugeben, bis der Teig zum Schluss schön „dickflüssig“ ist und keine Klumpen hat. Ein weiterer Profitipp: Nicht alle Blüten gleichzeitig frittieren, sie brauchen Platz und die Temperatur des Öls soll nicht sinken, damit das Ergebnis dann auch schön knusprig wird. Derart inspiriert mache ich mich auf die Suche nach weiteren Rezepten mit essbaren Blüten im Internet und in meinen Kochbüchern und stelle fest, was ich bislang alles kulinarisch verpasst habe – aus gutem Grund, da ich als Allergiker eher vorsichtig bin mit Dingen, die blühen. Kräuterbutter nicht nur mit dem üblichen Schnittlauch, sondern auch mal mit Kapuzinerkresse? Die Eiswürfel für den abendlichen Drink mit Blüten ansetzen? Oder auch die Marinade fürs Grillfleisch damit aromatisieren?

Zucchiniblüten werden mit Mozzarella und Sardellenfilets gefüllt, bevor sie in einem Teig ins schwimmende Fett kommen.

Tatsächlich entdecke ich in meinem eigenen Vorrat ein Päckchen getrocknete Blüten, die mir eine Freundin mal geschenkt und die ich völlig vergessen hatte. Sofort sieht ein sonst eher schlichtes Dessert aus Joghurt und Sommerfrüchten viel spektakulärer aus. Und ich beschließe, dass „Marmelade mit kandierten Rosenblüten“ unbedingt probiert werden muss. Bis ich im Rezept lese, dass das Kandieren „sehr viel Geduld“ erfordert. Fein, dass es so etwas auch zu kaufen gibt.

Zum Schluss noch ein Tipp, der komplett ohne Geduld umzusetzen ist: Ein Sommersalat, der mit frischen Blüten nicht nur zu einem tollen Hingucker wird, sondern eben auch ganz besonders aromatisiert. Dafür eignen sich zum Beispiel die Blüten von Kapuzinerkresse, Malve oder Ringelblume. Was alles essbar ist, sagt einem im Zweifel der Gemüsehändler des Vertrauens. Und wie beim Pilze sammeln gilt: Bei allem, wobei man sich nicht sicher ist, lässt man besser die Finger. Nadja Schwarzwäller 

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