Frankenberg: Brandmelder schlägt grundlos an

Brandschützer rücken viermal umsonst aus

Frankenberg - Dass Brandmeldeanlagen auslösen, obwohl es gar nicht brennt, ist nichts Ungewöhnliches. In der Nacht zu Sonntag traf es die Mitglieder der Frankenberger Feuerwehr aber geballt: Gleich viermal rückten die Einsatzkräfte zwischen 4 und 7 Uhr zum gleichen Ort aus.

Immer mehr Gebäude müssen mit Brandmeldeanlagen ausgestattet werden - bauliche Vorschriften sehen das vor. Der Unterschied zum heimischen Rauchmelder: Während es in Privathäusern darum geht, Bewohner auf ein Feuer aufmerksam zu machen und möglicherweise Leben zu retten, sollen die Brandmeldeanlagen Schlimmeres verhindern. Sie sind in Altenheimen, Schulen, Fabriken oder Märkten installiert und direkt mit der Rettungsleitstelle verbinden. Dort gehen die Mitarbeiter von einem Ernstfall aus, wenn eine Anlage anschlägt - die Feuerwehr wird alarmiert.

So ist es am frühen Sonntagmorgen in Frankenberg geschehen. Einmal. Und nochmal. Und nochmal. Und schließlich nochmal. Vier Einsätze wegen einer Brandmeldeanlage in einer Nacht verzeichnen die Brandschützer der Kernstadt. Ihr Ziel war immer das gleiche: Ein Baumarkt. Einen Mitarbeiter, der für die Anlage verantwortlich ist und das Gerät bedienen konnte, erreichten sie nach FZ-Informationen nicht.

Als Fehlalarme gelten die Einsätze feuerwehrintern nicht. „Häufig sind falsche Bedienungen die Ursache“, sagt Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick. „Das kommt immer mal wieder vor“, bestätigt Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost. Weil immer von einem „echten“ Feuer ausgegangen wird, rückten die Einsatzkräfte mit mindestens drei Fahrzeugen aus, tagsüber werden sie von den Wehren aus Röddenau und Schreufa unterstützt. Durchschnittlich 20 bis 30 solcher Alarme sind es jährlich in Frankenberg. Auch bei anderen Wehren der Region sind solche Probleme gut bekannt.

Zwar seien die Geräte nicht mehr so empfindlich wie früher und würden nur noch selten grundlos auslösen. „Dafür gibt es heute mehr Gebäude, in denen Brandmeldeanlagen vorgeschrieben sind.“ Vier solcher Alarme in einer Nacht „sind aber auf jeden Fall ungewöhnlich“, sagte Martin Trost.

Die Gefahr bestehe, dass Feuerwehrleute bei einer wachsender Zahl von grundlosen Brandmelde-Alarmen nicht mehr ganz so engagiert sind: „Das ist demotivierend“, sagt Gerhard Biederbick. Martin Trost sieht es gelassener: „Dafür sind wir ja da.“ Doch manchmal erfüllen die Geräte auch ihre wichtige Pflicht: So hatte am 30. Juni dieses Jahres ein Brandmelder in der Firma Hettich ausgelöst, weil Zink sich in einer Ölwanne entzündet hatte.

Spart ein Unternehmen allerdings an der Qualität der Brandmelder, kann es teuer werden: In der Regel haben Kommunen in ihrer Feuerwehrsatzung Gebühren festgeschrieben, die anfallen, wenn solche Anlagen grundlos auslösen. Im Schnitt seien das 500 Euro je Fehleinsatz, sagte Biederbick. In Frankenberg seien es 510 Euro, die auch stets berechnet würden, sagte Manfred Greif, Büroleiter in der Stadtverwaltung, auf FZ-Anfrage.

Kostenfrei sind aber nach wie vor alle Einsätze, bei denen es wirklich brennt.

Die vier Fahrten in den Baumarkt waren nicht die einzigen Einsätze der Frankenberger Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen: Weil ein alkoholisierter Mann in einer Wohnung am Obermarkt eine Pizza im Ofen vergessen hatte und Nachbarn Brandgeruch bemerkten, rückten die Brandschützer ebenfalls aus (FZ berichtete).

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