Castor-Transport: Feuer in Kabelschacht auf Bahnstrecke Kassel - Warburg:gelegt

Brandstifter stellt sich Polizei

- Kassel (r). Ein Mann hat sich der Polizei in Kassel gestellt und zugegeben, dass er am 24. November 2011 den Kabelschacht an den Bahnstrecke Kassel-Warburg in Brand gesteckt habe.

Er schilderte den Ermittlern auch Einzelheiten der Tat, die nur der Täter wissen konnte. Der Brandanschlag hatte für viel Aufsehen in der Öffentlichkeit gesorgt. Personen waren dabei nicht zu Schaden gekommen. Durch die massive Beschädigung der Signalleitungen war damals der Bahnverkehr für mehrere Tage gestört gewesen. Die Brandlegung geschah einen Tag vor dem geplanten Castor-Transport nach Gorleben.

Der Beschuldigte meldete sich am vergangenen Sonntag zunächst telefonisch beim Polizeirevier Nord in Vellmar und gestand die Tat. Zwei Tage später gab der 43-Jährige, der sich wegen einer psychischen Erkrankung stationär in einer Fachklinik aufhält, das Geständnis den Kriminalbeamten zu Protokoll. Er sei Atomktraftgegner und habe gehofft, mit seiner Aktion den Castor-Transport verhindern zu können. Die mögliche Strecke des Castor-Zuges über Kassel-Jungfernkopf und Vellmar habe er der örtlichen Presse und dem Internet entnommen und sich kurzfristig, zu seiner Tat entschlossen, die er ohne die Hilfe anderer ausgeführt habe.

Mit Grillanzünder, Spiritus und einer Axt sei nachmittags von seiner nahe gelegenen Wohnung zu Fuß an die Bahnstrecke am Eisenbahnweg zwischen den Haltepunkten Kassel-Jungfernkopf und Vellmar-Osterberg begeben. Dort habe er den Kabelschacht mit der Axt zerschlagen und danach die Grillanzünder hineingelegt, mit Spiritus übergossen und angezündet. Dann sei er nach Hause gegangen und habe von dort den Einsatz der Feuerwehr beobachtet.

Durch das Feuer kam es zu Beschädigungen am Kabelschacht und den darin befindlichen Glasfaserkabeln. Durch den Brandanschlag wurde die Signal- und Weichenstellung auf der Bahnstrecke massiv gestört und der Zugverkehr über mehrere Tage erheblich beeinträchtigt. Es entstand ein Sachschaden von rund 20 000 Euro.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei laufen wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, der Störung öffentlicher Betriebe sowie wegen Nötigung und Sachbeschädigung durch Feuer.

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