Waldeck-Frankenberg

„Breit angelegte Bespitzelung“

- Waldeck-Frankenberg (jk). Die elektronische Bespitzelung im Kreishaus schlägt Wellen. SPD und Grüne fordern lückenlose Aufklärung – sowie klare Konsequenzen für beteiligte Mitarbeiter und Hintermänner.

Wie WLZ-FZ in der Donnerstagausgabe veröffentlichten, sind Beschäftigte der Kreisverwaltung offenbar gezielt elektronisch überwacht worden – ob E-Mails oder Internet. Nur zufällig kamen die Vorgänge ans Tageslicht und wurden diese Woche bei einer internen großen Personalversammlung diskutiert. Viele Mitarbeiter sind schockiert, das Vertrauen ist dahin – insbesondere gegenüber Netzwerk-Administratoren. Der Vorwurf: Zwei IT-Experten sollen Beschäftigte elektronisch bespitzelt haben, mutmaßlich im Auftrag von Vorgesetzten. „Die Bespitzelungsgeschichte ist eigentlich ein Super-Gau“, hielt Reinhard Kahl (Vöhl) am Freitag nicht hinterm Berg. „Nahezu zwei Jahre“ bis Ende 2009 seien die Überwachungen gelaufen, betonte der SPD-Fraktionschef in einer eilig einberufenen Pressekonferenz. Die Vorgänge sieht er „als völlig neue Dimension“ in einer Kreisverwaltung. Gegen die zuständigen Mitarbeiter und IT-Administratoren liege „eindeutig ein Anfangsverdacht“ vor. Grundsätzlich sei es im Kreishaus möglich gewesen, „alle E-Mails einzusehen“. Überdies seien die Internet-Zugriffe von Beschäftigten mit Zeiten und Web-Adresse protokolliert worden. Demnach habe es regelrechte „Hitlisten“ gegeben, welche Internetseiten am stärksten nachgefragt wurden. „Wir werten dies als klare Verstöße gegen das hessische Datenschutzgesetz, das Personalvertretungsgesetz und die IT-Dienstvereinbarung beim Landkreis“, resümiert Kahl. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Samstag, 26. Juni 2010.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare