Landkreis und Domanialverwaltung warnen

Brüchige Äste, umstürzende Bäume: Die Gefahr im Wald nimmt zu

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Besorgt über den Waldzustand: Hendrik Block (links) von der Domanialverwaltung und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

Durch sterbende Bäume steigen auch die Gefahren im Wald: Die Dürrejahre 2018 und 2019 haben dem Wald stark zugesetzt. Das könnte vermehrte Straßensperrungen zur Folge haben. Auch Spaziergänger sollten Obacht geben.

Waldeck-Frankenberg – Die Lage ist dramatisch: Borkenkäfer und Pilze befallen mit bisher nicht da gewesener Aggressivität Nadelwälder. Und auch Laubbäume wie die Buche zeigen, wie sehr sie unter der Dürre gelitten haben und sterben ab. Die Trockenheit und das damit einhergehende Baumsterben wird in Waldeck-Frankenbergs Wäldern zunehmend eine Gefahr für Straßenverkehr und Spaziergänger.

Hendrik Block von der Domanialverwaltung und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese weisen darauf hin: Trockene Äste oder ganze Bäume können schon bei leichtem Wind zu Boden stürzen. Beim Waldbesuch ist besondere Vorsicht geboten. Innerhalb des Waldes, und damit auch auf Waldwegen, müssen Spaziergänger mit waldtypischen Gefahren rechnen. Hier besteht keine besondere Verkehrssicherungspflicht der Waldeigentümer. Wer sich im Wald bewegt, sollte deshalb immer auch den Blick nach oben richten und den Pausenplatz nicht unter trockenen Baumkronen auswählen.

In besonders gefährdeten Bereichen ist aber auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen möglich. „Wenn wir etwas absperren, ist das auch wirklich ernst gemeint: Dort herrscht Gefahr fürs Leben“, macht Block deutlich.

Entlang öffentlicher Straßen und an Park-, Spiel- und Grillplätzen führt Hessenforst in Zusammenarbeit mit Hessenmobil mindestens zweimal im Jahr Kontrollen durch und entscheidet, ob etwas unternommen werden muss.

Wegen der noch nie da gewesenen, rasanten Schadentwicklung bei der Buche, sei es allerdings nicht möglich, alle Situationen zeitnah zu entschärfen, erläutert Block. „Es ist gar nicht zu schaffen, alle Schäden so schnell zu beseitigen“, sagt der Forstfachmann. Ein besonderes Problem stellt die nötige Ausrüstung dar: Zur eigenen Sicherheit müssen die Forstarbeiter die kranken Bäume mit Spezialgeräten erschütterungsfrei fällen, von denen es nur wenige gibt. Die Eingriffe in den Wald werden auch das Landschaftsbild verändern: „Wir müssen teilweise in größerem Umfang Bäume entnehmen“, sagt Block.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Waldbesitzer sind kaum absehbar. Allein das Domanium rechne mit einem Minus von knapp zwei Millionen Euro, sagt Karl-Friedrich Frese. Holzverarbeitende Betriebe aus der Region hätten derzeit Schwierigkeiten, Holz in der nötigen Qualität zu bekommen. „Und es ist nicht erkennbar, dass wir diese Lage schnell wieder loswerden.“

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