NABU erstattet Anzeige gegen Betreiber von Windenergieanlagen

Brutplatz von Rotmilan mit Stöcken attackiert

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Gilt als stark gefährdet: Der Rotmilan. Bei Bad Arolsen haben nach Auskunft des Naturschutzbundes ein Betreiber und der Flächenverpächter eines Windenergieparks versucht, den Greifvogel zu vertreiben. 

Waldeck-Frankenberg. Weil sie versucht haben sollen, ein Rotmilan-Brutpaar mit rabiaten Mitteln vom Brutplatz zu vertreiben, hat der Naturschutzbund (NABU) gegen einen Betreiber und den Flächenverpächter eines Windenergieparks bei Bad Arolsen Anzeige erstattet.

Das teilte der NABU am späten Donnerstagnachmittag unserer Zeitung mit. Nach Auskunft des NABU hatten Mitglieder einer seiner Ortsgruppen die zwei Männer dabei erwischt, wie sie am 30. April die Ansiedlung eines Rotmilan-Brutpaars in der Nähe ihrer Windenergieanlagen durch massive Störung zu verhindern versuchten. Die Zeugen hätten beobachtet, wie die Männer minutenlang mit Stöcken gegen den Stamm des Brutbaumes schlugen, um die Rotmilane vom Brutplatz zu vertreiben. Laut NABU müsste der Windpark gemäß Genehmigungsbescheid vom 1. Mai bis 31. Juli tagsüber still stehen, wenn sich in der Umgebung eine aktiven Brut von Rotmilanen befindet. 

„Es ist seitens des NABU vor Errichtung des Windparks auch darauf hingewiesen worden, dass es sich um ein Gebiet handelt, in dem sich Rotmilane ansiedeln können“, sagte Maik Sommerhage, Referent für Vogelschutz beim NABU Hessen. „Dieses Vorgehen gegen einen gesetzlich streng geschützten Greifvogel ist eine Straftat. Da sie im Zusammenhang auch als gewerblich motiviert eingestuft werden dürfte, droht den Männern bei Verurteilung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis fünf Jahren“, fügt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller hinzu. 

NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann berichtet: „Deutschland hat für das weltweite Überleben des Rotmilans die – im Vergleich zu allen anderen heimischen Vogelarten – mit Abstand größte Verantwortung. Über die Hälfte des weltweiten Bestands brütet hierzulande.“

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