Starke Fluten

Musik-Tipp: Dan Mc Cafferty gibt mit seinem neuen Album ein starkes Lebenszeichen

+
Dan Mc Cafferty gibt mit seinem Album "Last Testament" ein starkes Lebenszeichen.

Seine raue Stimme ist einzigartig und war Markenzeichen der Rockband Nazareth. Dan McCaffertys Lungenkrankheit zwang ihn zum Ausstieg. Sein neues Album ist ein starkes Lebenszeichen. 

Ein gebrochener, alter Schotte, der mit zuweilen zittrigem Organ wehmütig sein Leben passieren lässt. Dieser erste Eindruck von Schwäche, der sich beim Opener „You an Me“ aufdrängt, verfliegt mit jedem weiteren Song – ja, wandelt sich zum starken, emotionalen Statement. 

Balladen wie „Why“ oder „Tell Me“ vertonen persönliche Reflexionen. Produziert vom Tschechen Karel Marik, lässt die Musik hymnische Ohrwurmrefrains aufblitzen. Wie bei unzähligen Nazareth-Nummern, aber auch bei Dan McCaffertys ersten Soloalben 1975 und 1987. 

Das aufwühlende „Looking Back“ etwa, das vom Rockkorsett befreit, die Wechsel von leisen und lauten Passagen intensiv zur Geltung bringt. Mit Piano und dem Gesang von Nazareth-Bassist Pete Agnew begleitet, glänzt „Sunshine“ aus den 70ern. 

Im Gegensatz dazu stehen die hart rockenden „My Baby“ und „Bring It On Back“. „Refugee“, „Mafia“ oder „Right to Fail“ vertonen zudem aktuelle gesellschaftliche Krisen. Intime Klavierklänge und folkloristische Akkordeontöne verzaubern leise Passagen, schwermütige Streicher und tosende Rockwände unterstützen das unnachahmliche Reibeisen-Krächzen. 

Facettenreiche Gefühlsfluten aus Glück und Melancholie. Ein ausdrucksstarker Soundtrack für besinnliche Momente. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare