Vöhl

Carol Baird übergibt traditionsreiche Schabbeslampe an Förderkreis der Vöhler Synagoge

- Mit der Schabbeslampe im Rucksack flüchtete ihre Großmutter 1939 aus Vöhl. Genau 70 Jahre später bringt Carol Baird das Erbstück ihrer Familie zurück – jetzt hat es einen Platz in der Vöhler Synagoge.

Vöhl (resa). Carol Baird lacht gerne. Über das ganze Gesicht. Ihre Augen beginnen dann zu leuchten, ihre Hände manchmal zu klatschen. „Ich feiere gerne, ich feier das Leben“, sagt die 63-Jährige. Und keine Spur von Zorn oder Bitterkeit liegt in ihren Zügen. „Natürlich werden wir Juden das Unrecht des Nazirregimes nie vergessen“, sagt die Ur-Enkelin von Bernhard Frankenthal, der 1942 in Vöhl starb. „Aber meine Familie und ich wir haben neu angefangen“, erklärt Carol Baird, die gemeinsam mit Ehemann Steven und den gemeinsamen Kindern in Kalifornien lebt. Und weil die patente Amerikanerin sicher ist, dass Versöhnung und Veränderung nur von zwei Seiten ausgehen kann, dass jüdischer Glaube eben auch bedeutet, guten Worten, gute Taten folgen zu lassen, hat sie zu ihrem Besuch nach Vöhl die alte Schabbeslampe ihrer Familie mitgebracht. Im Rucksack ihrer Großmuter hatte die jüdische Lampe 1939 den Ort verlassen. Wie alt sie ist, weiß niemand, denn Ur-Großvater Bernhard Frankenthal sammelte unzählige Antiquitäten. Auch welchen finanziellen Wert sie hat, wird noch festzustellen sein. „Aber der emotionale und der historische Wert werden für immer unbeziffert bleiben“, betonen Carol Baird und Kurz-Willi Julius vom Förderkreis der Vöhler Synagoge.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Freitag, 21. August 2009.

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