Christian Haas hat seinen Garten in Bad Wildungen für pelzige Blütenbesucher ausgerichtet

Bad Wildunger mit großem Herz für Hummeln

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Hat ein Herz für die kleinen, pelzigen Kulturfolger: Christian Haas aus Bad Wildungen sorgt in seinem üppig blühenden Garten mit einem vielfältigen Nahrungsangebot und Unterschlupf für Hummeln.

Bad Wildungen – Wenn Christian Haas über Hummeln spricht, kommt er ins Schwärmen. Seinen Garten hat er zu einem Paradies für die gemütlichen, pelzigen Flieger gemacht.

Die existieren in ihren Sommerstaaten nur wenige Monate lang: Im Herbst sterben die Hummeln mit Ausnahme der bereits begatteten Jungköniginnen ab. Bis dahin aber haben sie es richtig gut im Garten von Christian Haas am Bad Wildunger Weinberg: Unter anderem Stein- und Wiesenhummeln, Helle Erdhummeln, Acker- und Felsenhummeln fühlen sich dort wohl. Dafür sorgt der Bad Wildunger, der so viel über Hummeln weiß, dass er vom Frühjahr bis Juli sogar Hummel-Wanderungen für den Naturpark Kellerwald-Edersee anbietet (siehe Kasten).

Flauschig: Erdhummel-Jungköniginnen.

Wenn sich die jungen Königinnen von März bis Mai von ihren Winterquartieren aus auf die Suche nach einen Nistplatz machen, finden sie im Garten von Christian Haas nicht nur Totholzhaufen, Steinspalten und Vogelnester, sondern auch noch mehrere Hummelburgen, die er aus Holz entweder selbst gebaut oder gekauft hat.

Um ihre Brut zu ernähren, brauchen sie Pollen, für sich selbst Nektar – und auch dafür sorgt der 52-jährige Gemeinschaftspastor. „Zu jeder Jahreszeit stehen einige Trachtpflanzen in Blüte“, erklärt der Bad Wildunger. Und da „Hummeln mehrere Blüten auf einem Fleck brauchen“, hat er die Stauden entsprechend angepflanzt.

Vielfalt ist das A und O

Von Erika, Wiesen-Schlüsselblumen über Akelei und Fingerhut, allerlei Mohnarten und Glockenblumen bis hin zu Melisse, Lavendel, Lupinen, Herbstastern, Wollziest, Salbei, Karde, Edeldistel und dem Geißblatt reicht das Angebot in seinem Garten. Auch wächst unter anderem die wilde Form des Johanniskrauts sowie Breiter Wegerich, der viel Pollen bietet, sowie Hasenklee, auf den Steinhummel abfliegen, und Wiesenkerbel, den Erdhummeln und Mauerbienen besonders mögen.

 Taubenkropf-Leimkraut, Kornrade und Eisenhut, Wiesenflockenblumen und der Pfeifenstrauch vervollkommnen das Nahrungsangebot. Auch Beinwell wächst in seinem Garten: „Die Kurzrüssler unter den Hummeln beißen ein Loch in den oberen Teil des Kelches, um an den Nektar zu kommen – und so kommen dann auch die Bienen dran“, erklärt er: „Die Hummel ist eine Leittierart. Was sie mag, mögen Bienen auch“.

Tipps für Hummelkästen

Hummelkästen müssen immer schattig stehen.

„Im Frühjahr bieten noch Beerenbüsche reiche Nahrung“, sagt der Hummelfreund. „Wichtig ist auch für Hummeln eine Vielfalt, und ich sorge mit meinem Eingreifen dafür, dass sie auch bleibt“, sagt der Familienvater, der zuerst Forstwissenschaften, dann Theologie studierte. 

Dass er auf Gift in seinem Garten verzichtet, versteht sich von selbst, „denn jedes Jahr verliere ich zwei Völker durch Gifte, die auf Äckern ausgebracht werden“, erklärt er. Zwei Mal im Jahr mäht er den Rasen, und dann nur mit einer Schere um die wichtigen Trachtpflanzen herum, damit sie sich aussamen können.

„Der Hummelkasten muss immer im Schatten stehen und sollte am Eingang eine Klappe gegen Wachsmotten haben, die ein ganzes Volk vernichten können“, erklärt er: „Ist der Kasten aus Holz, sollte er außerdem trockenstehen.“ Regelmäßig kontrolliert er die Kästen, damit die Hummelvölker gesund aufwachsen können – so ist das Wohlergehen und Überleben der kleinen Kulturfolger viel mehr als ein Hobby für Christian Haas.

Einladung zu Hummelwanderungen in Bad Wildungen

Für den Naturpark Kellerwald-Edersee bietet Christian Haas in Bad Wildungen Wanderungen im Kurpark an. Unter dem Titel „Hummeln, die pelzigen Wildbienen“ werden diese wichtigen Insekten beobachtet und bestimmt. 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 15 Uhr, dauern rund anderthalb Stunden und finden statt am Samstag, 29. Juni, Freitag, 5. Juli, Freitag, 12. Juli, und Samstag, 20. Juli. Kinder bis 17 Jahre sind frei, Erwachsene zahlen fünf Euro pro Person. (md)

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