Besondere Weihnachtstradition in Korbach, Bad Wildungen und Affoldern

Mit Liedern, Laternen und Fackeln wird Christkind begrüßt

+
Christkindwiegen in Bad Wildungen: Vom Turm der Stadtkirche lässt der Musikzug der Feuerwehr weihnachtliche Weisen erschallen. 

Waldeck-Frankenberg – Nach alten Überlieferungen steigen an Weihnachten in Korbach und in Bad Wildungen Männer auf den Turm der Korbacher Kilianskirche und den Turm der Wildunger Stadtkirche hinauf und musizieren in alle vier Himmelsrichtungen.

Dabei wiegen sie Laternen und Fackeln – ein Symbol für das Christkind. Auch in Affoldern wird das Christkind musikalisch begrüßt.

„Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ – dieser Coral erklingt auch am Dienstag um 20 Uhr vom Turm der Kilianskirche in Korbach, während die Männer ihre Laternen schwenken: An Heiligabend steht das „Christkindwiegen“ an. Seit mehr als 475 Jahren besteht der Brauch, seit 1951 hält die Korbacher „Vereinigung der Weihnachtsfreunde“ die Tradition am Leben.

Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags geht es für die Männer erneut hoch in den Turm – ab 7 Uhr ist das Lied „Wie herrlich strahlt der Morgenstern“ zu hören. Anschließend ziehen sich die Männer traditionell zu ihrer „besinnlichen Weihnachtsfeier“ zurück, bei der Geschichten zu hören sind und gemeinsam Lieder gesungen werden – diesmal wegen des Rathaus-Neubaus im Kilians-Gemeindehaus.

Auch in diesem Jahr steigen die Bläser des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wildungen am Heiligen Abend wieder die vielen schmalen Stufen der steinernen engen Wendeltreppe auf den 83 Meter hohen Turm der Stadtkirche.

Das Christkindwiegen auf dem Turm der Korbacher Kilianskirche

Nachdem sie in dem kleinen Turmstübchen Trompeten, Posaunen und Hörner auspacken und sich mit einem kräftigen Schluck aufwärmen, spielen sie um 21.30 Uhr hoch oben auf dem Kirchturm im Schein von Fackeln Weihnachtslieder. Auf dem Platz vor der Kirche versammeln sich die Wildunger, um sich ein „frohes Fest“ zu wünschen.

Woher kommt der Brauch?

In Affoldern lädt der Posaunenchor Edertal an Heiligabend zum Christkindwiegen ein. Gegen 22 Uhr werden die Bläserinnen und Bläser auf dem Pfarrhof neben der Kirche unter freiem Himmel das Christkind mit Advents- und Weihnachtsliedern „in den Schlaf wiegen“.

Für den Brauch des Christkindwiegens gibt es viele Erklärungen: Möglicherweise ist die Idee, das Christkind in den Schlaf zu singen, der Ursprung.

Oder der Brauch stammt noch aus Zeiten der Pest, als die Menschen wegen der Ansteckungsgefahr nicht in die Weihnachts-Gottesdienste gehen konnten und die Frohe Botschaft trotzdem zum Fest in die Welt getragen werden sollte. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare