Korbacher Agentur für Arbeit sieht „moderaten“ Anstieg

Corona-Krise: In Waldeck-Frankenberg gibt es auch im Juni mehr Arbeitslose

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise schlagen sich weiterhin auf dem Arbeitsmarkt nieder: Bei der Korbacher Agentur für Arbeit waren im Juni 3920 Jobsuchende aus Waldeck-Frankenberg gemeldet.
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Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise schlagen sich weiterhin auf dem Arbeitsmarkt nieder: Bei der Korbacher Agentur für Arbeit waren im Juni 3920 Jobsuchende aus Waldeck-Frankenberg gemeldet, das sind 103 mehr als im Mai.

Im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar 1087 Betroffene mehr, ein Plus von 38,4 Prozent. Die Quote steigt um 0,2 Prozent auf 4,5 Prozent. Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit im Kreis:

Lage in den Geschäftsstellen der Agentur:

In Korbach mit Bad Wildungen waren im Juni 1859 Menschen ohne Arbeit gemeldet, 20 mehr als im Mai und 499 mehr als im Juni 2019. Die Quote steigt um 0,1 Punkte auf 4,5 Prozent.

In Frankenberg sind derzeit 1189 Arbeitslose registitriert, das 54 mehr als im Mai und 371 mehr als im Vorjahr. Die Quote steigt um 0,1 Punkte auf 4,1 Prozent.

In Bad Arolsen sind 872 Menschen ohne Beschäftigung erfasst, das sind 29 mehr als im Mai und 217 mehr als im Juni des voorigen Jahres. Die Quote steigt auch da um 0,1 Punkte auf nunmehr 4,9 Prozent.

Im gesamten Agenturbezirk mit den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 8161 Menschen arbeitslos gemeldet, 120 mehr als im Mai und 2175 mehr als im Vorjahr. Die Quote steigt um 0,1 auf 4,4 Prozent – das ist noch immer der zweitbeste Wert in ganz Hessen.

„Mitten in der Krise“

„Corona hat auch bei uns tiefe Spuren hinterlassen, wir sind mitten in der Krise“, erklärt Agenturchef Uwe Kemper. Aber der heimische Arbeitsmarkt zeige sich in einer guten Verfasstheit.

Das Kurzarbeitergeld bremse den Anstieg der Arbeitslosigkeit, das Instrument funktioniere gut. So liege die Zahl der neu arbeitslos Gemeldeteten sogar rund 20 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Weniger Leute finden Arbeit

Allerdings wechselten erheblich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben, so dass es insgesamt zu einem „moderaten“ Anstieg der Arbeitslosigkeit komme. Davon seien alle Gruppen betroffen – am häufigsten Ausländer: Im Vergleich zum Vorjahr seien 763 Betroffene mehr gemeldet, ein Plus von 62,9 Prozent. Bei Jüngeren bis 25 Jahre liege der Anstieg bei 44 Prozent. Ein Grund: Zeitarbeit ist mangels Aufträgen weggefallen.

Außerdem gab es durch die Kontaktbeschränkungen keine neuen Qualifizierungen für Arbeitstlose.

Im Juni habe sich die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt durchaus beschleunigt, „aber bei weitem nicht in dem Umfang wie vor Corona“, sagte Kemper. Die weitere Entwicklung sei mit vielen Unwägbarkeiten behaftet, „wir können perspektivisch auch einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht ausschließen.“

Deutlich mehr Kurzarbeit

Dramatisch angestiegen ist die Zahl der Kurzarbeiter. Von März bis Juni haben 1710 Betriebe aus Waldeck-Frankenberg Anzeigen eingereicht – vor einem Jahr waren es 14. Sie haben 28 475 Beschäftigte gemeldet – 2019 waren es 185. Im Agenturbezirk gab es 3157 Anzeigen und rund 42850 Betroffene, eine Steigerung von 1200 Prozent. „Die Zahlen sind gigantisch, das haben wir noch nie gesehen“, sagt Agenturleiter Uwe Kemper. Gerade das Gastgewerbe ist betroffen.

Wieder mehr offene Stellen

Bei der Zahl der offenen Stellen sei nach zwei Monaten mit Rückgängen ein leichtes Plus zu verzeichnen, sagte Kemper: Mit 2314 Angeboten liegt der Bestand im Bezirk im Juni um 73 Stellen höher als im Mai – aber es sind 810 Stellen weniger als im Vorjahr. Im Kreis waren 1255 Stellen gemeldet, 51 mehr als im Mai.

Fast 1000 offene Lehrstellen

Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt: Bei der Arbeitsagentur sind noch fast 1000 offene Lehrstellen mit Start im Sommer gemeldet. Ihnen stehen rund 750 Bewerber gegenüber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen. Es bestehen für Kemper also noch gute Chancen, eine passende Ausbildungsstelle zu finden.

Unterstützung bietet die Berufsberatung der Agentur, Telefon 05631/957-158, Mail: korbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de. (-sg-)

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