Bilanz nach zwei Wochen Teil-Lockdown

Corona in Waldeck-Frankenberg: Nur abgebremst, nicht eingedämmt

Schilder mit Corona-Vorschriften
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Schilder mit Corona-Vorschriften

Nach zwei Wochen mit dem Teil-Lockdown im November sieht die Kreisspitze die Entwicklung der Corona-Pandemie in Waldeck-Frankenberg mit gemischten Gefühlen.

Waldeck-Frankenberg – „In Waldeck-Frankenberg steigen die Infektionszahlen zwar nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Wochen, jedoch steigen sie stetig weiter“, sagen Landrat Dr. Reinhard Kubat und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese auf Anfrage. „Momentan sehen wir, dass wir die Ausbreitung des Virus zwar abbremsen, jedoch noch nicht so erfolgreich eindämmen können, wie es notwendig ist. Damit dies gelingt, stehen uns auch in den kommenden Wochen weiterhin Einschränkungen bevor.“

Immerhin: Von Montag auf Dienstag gab es nur zwölf Neuinfektionen im Landkreis – so wenige wie seit mehr als zwei Wochen nicht. Die Zahl der Menschen, die aufgrund eines offiziellen Tests als aktuell infiziert gelten, ist am Dienstag von 209 auf 204 gesunken, weil im Gegenzug 17 Neu-Genesene hinzugekommen sind. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 107,5 – das ist der niedrigste Wert seit dem 31. Oktober.

Andererseits ist die Zahl der Corona-Patienten, die in einem Krankenhaus behandelt werden, auf einen neuen Höchstwert gestiegen: von 52 auf 60. Sechs von ihnen liegen auf einer Intensivstation.

Seit Beginn der offiziellen Corona-Tests Anfang März wurden kreisweit mittlerweile 975 Menschen positiv getestet – das sind bei rund 157 000 Einwohnern etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung im Landkreis. Allerdings gab es in den vergangenen drei Wochen etwa genauso viele nachgewiesene Neuinfektionen wie zuvor in acht Monaten.

Bisher 3700 Tests im Landkreis

Insgesamt, so berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH), seien im Corona-Testzentrum in Korbach, das die KVH betreibt, seit Anfang März rund 3700 Menschen getestet worden. Derzeit gebe es 40 bis 45 Tests pro Tag – Tendenz sinkend.

Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion – bisher neun – gab es in dieser Woche nicht im Landkreis. Auffallend ist aber: Bis Ende Mai gab es fünf Corona-Tote, dann fünf Monate lang keinen und nun seit dem 2. November schon vier. Warum das so ist, darüber lasse sich nur spekulieren, teilt der Landkreis mit. „Fakt ist, dass die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen rasant in die Höhe gegangen sind. Und mit erhöhten Erkrankungszahlen steigen leider oftmals auch die Todesfälle.“

Die Zahlen für die 22 Kommunen

Von den 975 Corona-Fällen, die seit Anfang März in Waldeck-Frankenberg durch offizielle Tests nachgewiesen worden sind, gab es die meisten in den vier großen Städten Korbach, Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Arolsen. Und in Battenberg: Die Stadt im Oberen Edertal mit ihren etwa 5400 Einwohnern hat nach Frankenberg bisher die zweitmeisten Corona-Fälle der 22 Städte und Gemeinden im Landkreis. Andererseits gab es in der Gemeinde Diemelsee, die knapp unter 5000 Einwohner hat, bisher erst zwei Corona-Fälle.

„Warum manche Städte und Gemeinden besonders stark und andere wiederum eher wenig betroffen sind, darüber lässt sich nur spekulieren“, hat die Kreisverwaltung in Korbach keine Antwort auf dieses Phänomen.

Insgesamt, so teilte der Landkreis gestern auf Nachfrage mit, habe sich das Infektionsgeschehen in Waldeck-Frankenberg insbesondere in den vergangenen Wochen „diffus auf das gesamte Kreisgebiet verteilt“. Tendenziell seien die Infektionszahlen in den Mittelzentren etwas höher, da dort oft ganze Einrichtungen jeglicher Art betroffen seien – also zum Beispiel Senioren- oder Pflegeheime, die es in kleineren Kommunen nicht überall gibt.

Die Übersicht zeigt die Infektionszahlen der 22 Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg von Dienstag (in Klammern Vergleich zum Vortag):

  • Allendorf 11 (+0)
  • Bad Arolsen 52 (- 3)
  • Bad Wildungen  20 (+4)              
  • Battenberg 14 (- 3)        
  • Bromskirchen 2 (+0)     
  • Burgwald 2 (- 1)    
  • Diemelsee 0 (+0)                     
  • Diemelstadt  1 (+0)                 
  • Edertal  2 (- 1)                           
  • Frankenau 3 (+0)                     
  • Frankenberg 24 (+0)                              
  • Gemünden  3 (- 1)                             
  • Haina     5 (+0)                                
  • Hatzfeld    2 (+0)                    
  • Korbach  38 (- 2)                    
  • Lichtenfels   11 (+2)                               
  • Rosenthal   1 (+0)                                
  • Twistetal    3 (+0)                               
  • Vöhl      1 (+0)                        
  • Volkmarsen    4 (+0)                              
  • Waldeck    3 (+0)                               
  • Willingen    2 (+0)  

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