Gemeinden verlieren bis zu 80 Prozent an Einnahmen

Corona-Krise: Gewerbesteuer bricht Waldeck-Frankenberger Städten und Gemeinden weg

Baustelle der Kläranlage in Heringhausen am Diemelsee.
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Trotz Corona-Krise und wegbrechender Gewerbesteuern: Die Gemeinde Diemelsee will weiter investieren. So soll die neu Kläranlage in Heringhausen fertiggestellt werden.

Die Corona-Krise macht sich bei den Städten und Gemeinden im Kreis auch finanziell deutlich bemerkbar: Das Statistische Landesamt hat die Gewerbesteuerzahlen fürs erste Halbjahr 2020 veröffentlicht. Wie befürchtet, haben die meisten Kommunen weniger eingenommen als im Vorjahr.

Waldeck-Frankenberg – Nach der Statistik haben die 22 Kommunen im Kreis von Januar bis zum 30. Juni insgesamt 25,2 Millionen Euro an Gewerbesteuer-Vorauszahlungen erhalten, 11,1 Millionen Euro weniger als im ersten Halbjahr 2019 – ein Rückgang um 30,66 Prozent.

Hauptgrund: Die „Lockdown“ genannten Corona-Vorkehrungen von Bund und Land. Zahlreiche Betriebe waren ab März von den Schließungen betroffen, anderen brachen Aufträge weg oder sie konnten nicht arbeiten, weil Lieferketten zusammengebrochen waren.

Mangels Umsatz flossen auch keine Gewerbesteuern in die Kassen der Kommunen. Und um ihre Betriebe zu entlasten, haben ihnen viele Bürgermeister angeboten, Zahlungen zu stunden.

Allerdings ist die Lage uneinheitlich: Manche Branchen wie Gastronomie und Handel waren stark betroffen, andere wie das Bauhandwerk weniger. Je nach Branchenmix traf es auch die Kommunen unterschiedlich.

Landesweit haben die 422 Kommunen 2,2 Milliarden Euro an Gewerbesteuer-Einzahlungen verbucht, rund 600 Millionen Euro weniger als 2019, ein Minus von 23,9 Prozent. 289 Gemeinden verzeichneten sinkende Einzahlungen, aber 133 Gemeinden steigerten ihr Aufkommen, darunter zehn im Kreis.

In Waldeck-Frankenberg ist der Rückgang unterm Strich fast so hoch wie in Frankfurt, das mit 32,8 Prozent den landesweit größten Einbruch verkraften muss.

Diemelsee ist kreisweit am schwersten betroffen, die Gewerbesteuer-Einnahmen sind dort um 1,6 Millionen auf nur noch 404 100 Euro zurückgegangen, ein Minus von knapp 80 Prozent. „Der Tourismus auf Null gesetzt“, weniger Kunden in den Geschäften, Einbußen bei den mittelständischen Betrieben – Bürgermeister Volker Becker verwundert der starke Rückgang nicht. Der Gemeindevorstand reagierte mit einer Haushaltssperre – will aber weiter Aufträge an die Wirtschaft vergeben.

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