Gäste wollen in Lokalen und Restaurants draußen sitzen 

Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf Gastronomie-Betriebe in Waldeck-Frankenberg

Oliver Frekot, Inhaber der Vis á Vis Hütte in Willingen
+
Die Außenbereiche der Gastronomie sind gerade stärker gefragt als Plätze im Lokal, weiß Oliver Frekot von der „Vis à Vis Hütte“ in Willingen. Wenn die Terrasse abends geschlossen werden muss, bleiben Gäste aus.

Während der Corona-Pandemie sitzen die Gäste merklich lieber draußen als drinnen – was für die Betriebe zur Herausforderung werden kann.

Große Sorgen bereitet es etwa vielen Willinger Lokalen: „Die Gäste fühlen sich definitiv draußen wohler“, sagt Oliver Frekot, Inhaber der „Vis à Vis Hütte“. Mehrere Kollegen hatten sich jüngst bei einer Gastgeberversammlung ähnlich geäußert und gebeten, die von der Gemeinde festgelegte Schließzeit von Terrassen um 22 Uhr in der Ausnahmesituation zu lockern. 

Doch auch abseits der besonderen Situation Willingens mit seiner hohen Dichte an Lokalen ist das zu spüren: Wenn die Gäste hören, dass das Infektionsrisiko draußen stark abfällt oder gar „gegen null“ geht, nehmen sie sich das zu Herzen, bestätigt Jürgen Figge, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Waldeck-Frankenberg. Gastronomien ohne Außenbereich hätten es dementsprechend schwerer. 

Hausgäste erhöhen die Auslastung

„Selbst bei Fissel und Kälte sitzen die Leute lieber draußen“, sagt Oliver Frekot – an Regentagen würden häufig Reservierungen abgesagt. Extrembeispiel sei ein nasser Sonntag vor wenigen Wochen gewesen, an dem sechs Stunden lang kein einziger Gast gekommen sei. Ganz so schlimm sei das bei ihm nicht zu merken, sagt Marc Meier vom Hotel „Am Dalwigker Tor“ in Korbach – aber die Gäste bevorzugten wegen der Corona-Lage eindeutig, draußen zu sitzen. Als Hotel Hausgäste zu haben und nicht wie in früheren Zeiten primär Bierstube zu sein, helfe derweil bei der Auslastung. Den Außenbereich bekomme er gut besetzt. 

Wegen der Lage sei die Nachfrage noch immer schwächer, die aus anderen Regionen berichtete Wiederbelebung sei noch nicht angekommen, sagt Daniela Ernst-Frank vom Marketing der HBB Hotelbetriebsgesellschaft Battenberg, welche die Gaststätten „Die Sonne“ und „Landgut Walkemühle“ in Frankenberg sowie das „Alt Battenberg“ betreibt. 

Lärmschutzregeln gelten

Die Nachfrage nach Plätzen an der frischen Luft sei höher: „Aber es ist nicht so, dass die Leute nicht reingehen.“ Gerade in der „Walkemühle“ helfe dabei die Festscheune. Spezielle Schließzeiten für die Terrassen gibt es in Korbach und Frankenberg nicht, aber die Lärmschutzregeln nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gelten auch dort. Ab 22 Uhr werden die Gäste gebeten, ins Lokal zu gehen, was auch gut funktioniere.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare