Mitarbeiter der Arbeitsagentur Korbach werden umgeschult

2150 Betriebe im Agenturbezirk haben bisher Kurzarbeit angemeldet

Corona Waldeck-Frankenberg: Kurzarbeitergeld - 1100 Beratungen in 10 Tagen
+
Die Zahl der Arbeitslosen sank im März - allerdings noch vor der Corona-Krise.

Im Kreis Waldeck-Frankenberg gibt es viele von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen und ebenso viele Anfragen für Kurzarbeitergeld.

Waldeck-Frankenberg - Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind derzeit 3049 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 193 weniger als noch im Februar. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Arbeitsagentur hervor. Allerdings: Stichtag dafür war Mitte März, die Folgen der Corona-Epidemie spiegeln sich darin noch nicht wider.

Am 12. März, dem Stichtag für die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt, habe es bereits eine Ahnung gegeben, die Tragweite sei aber noch nicht abzusehen gewesen, sagt Uwe Kemper, Chef der Agentur für Arbeit Korbach. Inzwischen habe die Corona-Pandemie auch den heimischen Arbeitsmarkt auf den Kopf gestellt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sorgen sich in vielen Branchen um ihre Existenzgrundlage.

Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit Korbach

„Die heimischen Unternehmen nutzen dieses Instrument sehr intensiv“, sagt Kemper über die vereinfachte Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu beantragen. „Die Anfragen zum Thema sind schlagartig in die Höhe geschnellt. Wir hatten innerhalb von zehn Tagen 1100 Beratungen dazu.“ Mitten in der Finanzkrise, im März 2009, seien es etwa ein Zehntel so viele gewesen. 

Derzeit haben 2150 Betriebe im Agenturbezirk Kurzarbeit angemeldet. Zum Bezirk gehört neben Waldeck-Frankenberg auch der Schwalm-Eder-Kreis.

 Während es in der Finanzkrise einen Fokus auf bestimmte Branchen gegeben habe, die betroffen gewesen seien, seien die Auswirkungen jetzt allumfassender. „Wir haben jetzt eine völlig andere Breite.“

Corona in Waldeck-Frankenberg: Anträge zu Kurzarbeit mit „absoluter Priorität“

Wie viele Waldeck-Frankenberger tatsächlich in Kurzarbeit gehen, könne jetzt aber noch nicht gesagt werden. Die Unternehmen müssen die Pläne dafür zunächst anzeigen und haben dann drei Monate Zeit, um die tatsächliche Kurzarbeit abzurechnen, erklärt der Agenturchef. Erst danach gebe es gesicherte Daten, in welchen Branchen wie viele Arbeitnehmer und in welchem Umfang in Kurzarbeit waren.

Die Anträge zur Kurzarbeit hätten derzeit „absolute Priorität“, man versuche, alles schnellstmöglich zu erfassen. Um das zu schaffen, würden Kollegen auch Arbeitsbereiche wechseln. Schon jetzt gebe es in Nord- und Osthessen eine Vervierfachung des Personals für den Bereich der Antragsbearbeitung.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis im März lag laut Statistik bei 3,5 Prozent, im Vormonat waren es 3,7 Prozent. 

Corona in Waldeck-Frankenberg: Hotlines für Fragen auch während der Krise erreichbar

Die Agentur für Arbeit hat Hotlines für Fragen geschaltet, montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr. Arbeitnehmer wählen dafür die Telefonnummer 05631 / 957-108 und Arbeitgeber die 05631/957-610. Bei der Hotline für Arbeitgeber sind 22 Beschäftigte eingesetzt, bei der für Arbeitnehmer doppelt so viele.

Außerdem stehen die Internetangebote über www.arbeitsagentur.de sowie auf youtube.de/Arbeitsagentur zur Verfügung. Eine bundesweite Hotline für den erleichterten Zugang bei der Grundsicherung gibt es unter 0800/4555523.

Von Julia Renner

Die neuesten Entwicklungen zu Corona im Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es im News-Ticker.*

*wlz-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare