Landtagskandidaten im Porträt

Einsatz für die Bildung: Daniel May kandidiert für die Grünen

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Erinnerung an die Kindheit in der Korbacher Altstadt: Der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel May ist am Südwall groß geworden, der Spielplatz an der Voliere war Treff mit seinen Freunden.

Korbach. Seit 2009 sitzt er für die Grünen im Landtag, bei der Wahl im Oktober tritt der Korbacher Daniel May erneut an.

In die „schöne grüne Insel“ zwischen den beiden Stadtmauern zieht es Daniel May immer wieder gern, wenn er in seiner Heimatstadt Korbach ist. Der Spielplatz an der Voliere erinnert ihn an seine Kindheit, als er am Südwall wohnte und so manche Stunde mit seinen Freunden dort verbracht hat. Und gern spaziert er über die Wege des Alten Friedhofs. „Der Totenhagen hat eine besondere Atmosphäre“, beschreibt er. „Er strahlt Ruhe aus.“

May schreitet an den alten Grabmälern vorbei. Er denke an die Menschen, die dort im Laufe der Jahrhunderte bestattet wurden, sagt er. Und er denke darüber nach, wie sich die Menschheit entwickele. In Wiesbaden hat er dazu meist wenig Muße. Seit 2009 sitzt er für die Grünen im Landtag, der Physik- und Mathematik-Lehrer für Haupt- und Realschulen hat den Schwerpunkt Schulen und Hochschulen.

Daniel May: „Ich glaube, dass uns die Bayern-Wahl noch Auftrieb geben wird.“

Bildungsgänge durchlässiger machen, Hochschulen für Berufsabsolventen öffnen, die Lehrerausbildung reformieren, an den Schulen Lehrer, Sozialarbeiter oder Quereinsteiger besser zusammenbringen – mit solchen Fragen beschäftigt er sich täglich. Die Aufgaben der Schulen seien vielfältiger geworden, sagt er.

Als einen Erfolg seiner Landtagsarbeit für den Kreis sieht er die Reaktivierung der Bahnstrecke von Korbach nach Frankenberg. Und selbstverständlich habe auch er sich für den Hessentag in Korbach eingesetzt. Auf der Landesliste seiner Partei steht May auf Platz 16, erreichen die Grünen 13,5 Prozent, zieht er erneut in den Landtag ein. „Es sieht ganz gut aus“, kommentiert er. In Umfragen lägen die Grünen derzeit bei über 14 Prozent.

Für die neue Wahlperiode hat er schon einige Pläne. Für seinen Wahlkreis wolle er erreichen, dass die Züge schneller und die Bahnstrecken elektrifiziert werden, angefangen bei der Linie Korbach-Wolfhagen.

Außerdem will er versuchen, das „Studium Plus“ auszubauen. Fänden sich genügend Partnerfirmen, sei auch ein Standort in Korbach denkbar. Für den werde er kämpfen. Außerdem setze er sich für eine engere Verzahnung von Berufsschule und Hochschulen ein. 

Bei den Berufsschulen gelte es, ein möglichst breites Angebot in der Fläche zu erhalten, damit Auszubildende weiter kurze Wege haben. Die Edersee-Nordhänge würde May gern als Naturdenkmal ausweisen, das wäre ein „neues Highlight für den Naturtourismus“, sagt er. „Wir müssen auch beim schnellen Internet vorankommen.“

Landesweit gelte es, die Medizinerausbildung auszuweiten, mehr Ärzte kämen auch dem flachen Land zu Gute. Um die „Verkehrswende“ voranzubringen, müssten der öffentliche Personennahverkehr und die Verkehrsverbünde gestärkt werden. Das Schülerticket würde May am liebsten allen Hessen anbieten – was aber eine Kostenfrage sei.

„Die Agrarwende muss weitergehen.“ Agrarpolitik sei auch Regionalpolitik, Wertschöpfung müsse in der Region bleiben. Dabei sei die ökologische Landwirtschaft wichtig.

Der dürre, heiße Sommer zeige, wie bedeutend der Klimaschutz sei. „Wir kriegen die Energiewende nicht ohne Windkraft hin“, sagt May. Da gelte es, auch in Nordwaldeck „Akzeptanz“ zu schaffen.

Kandidaten für die Landtagswahl in Hessen 

Am 28. Oktober ist Landtagswahl in Hessen. Für das Direktmandat in den Wahlkreisen 5 (Waldeck) und 6 (Frankenberg) bewerben sich je sieben Kandidaten. Wir stellen Ihnen die einzelnen Kandidaten vor – die Reihenfolge ist hierbei rein zufällig gewählt. Wir zeigen die Bewerber dabei nicht an ihrem Schreibtisch, sondern an einem ihrer Lieblingsorte – wie heute Daniel May, der für die Grünen im Wahlkreis Waldeck kandidiert. (r)

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