EU-Verordnung ist Thema in Jahreshauptversammlungen

Datenschutz stellt Vereine in Waldeck-Frankenberg weiterhin vor Probleme

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Akten mit Mitgliederdaten stehen bei vielen Vereinsvorsitzenden und -kassierern im Büro. Bei der Mitgliederverwaltung müssen die Vorstände auch auf die Datenschutzgrundverordnung der EU achten.

Waldeck-Frankenberg. Seit Mai 2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung der EU (DSGVO). Nach wie vor ist sie auch in Vereinen Thema. Vor allem jetzt in Jahreshauptversammlungen gibt es Fragen von Mitgliedern, was die DSGVO für ihre Adress- und Kontodaten bedeutet.

„Natürlich hat die DSGVO uns beschäftigt und im Vorstand für Unruhe und Befürchtungen gesorgt“, sagt Andreas Boltner, Vorsitzender des TSV Korbach. „Meine Befürchtung ist, dass uns solche Dinge immer mehr an Zeit und Lust an der ehrenamtlichen Arbeit nehmen werden.“ 

Auch Klaus Hartmann, Vorsitzender des TSV Frankenberg, ärgert sich über die DSGVO: „Das Thema wird uns noch lange begleiten. Das führt nicht dazu, dass Ehrenamtliche Freude über Zusatzaufgaben und Vorgaben empfinden.“ 

Der Verein habe zum Beispiel neue Aufnahme-Anträge erstellen müssen, einen Datenschutzbeauftragten ernannt und die Homepage entsprechend angepasst. Der wird nötig, sobald zehn Personen im Verein mit der „automatisierten Verarbeitung von Daten“ zu tun haben. „Der Mehraufwand ist immens. Die Unsicherheit in Bezug auf Rechtssicherheit ist nach wie vor groß“, sagt Hartmann.

Auch der TSV Roda will sich intensiver mit der Verordnung beschäftigen. „Unsere Homepage soll zum Beispiel ein Impressum bekommen“, berichtet Vorsitzender Heiko Hoffmann.

Frank Weller ist als Vizepräsident Vereinsmanagement beim hessischen Landessportbund für Fragen zum Datenschutz zuständig. „Vereine stehen vor keiner unmöglichen, aber einer zusätzlichen Aufgabe“, sagt er zur Datenschutzgrundverordnung. Grundlegend müssten die Vereine bislang keine großen Strafen befürchten, wenn sie gegen die Vorgaben verstoßen. „Wer sich bemüht, wird kaum Probleme bekommen“, sagt Weller. „Die Beratung der Vereine steht im Vordergrund.“

Vereine können beim Datenschutz auf immer mehr Informationen zurückgreifen. „Das hat sich im Laufe des Jahres verbessert“, sagt Frank Weller. „Es gibt Bücher, Broschüren und Muster für eine Datenschutzerklärung.“ Vereine seien auf solche Informationen angewiesen. 

Auch der hessische Datenschutzbeauftragte stellt Vereinen auf seiner Website eine fünfseitige Übersicht mit wichtigen Hinweisen kostenlos zur Verfügung. Vereine können bei Fragen auch direkt Kontakt mit der Behörde aufnehmen: www.datenschutz.hessen.de

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