Waldeck-Frankenberg

„Der Regen entschärft Situation etwas“

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- Waldeck-Frankenberg (md). Landregen. Was für ein schönes Wort – vor allem nach der langen Trockenheit. Der Regen ist gut für die Natur, für Gärten und besonders für die Landwirtschaft. Die Schäden, die die Dürre angerichtet hat, kann er nicht mehr gutmachen, doch Totalausfälle verhindern.

Ein vergleichsweise trockener Winter und ein besonders trockenes Frühjahr haben ihre Spuren in Wäldern, auf Wiesen und Feldern hinterlassen. Im Edersee ist bereits jetzt so wenig Wasser wie sonst erst im August. Gartenbesitzer haben wie die Weltmeister gegossen – zumeist schon Wasser aus der Leitung gezapft, weil die Regentonnen schnell leer waren. Doch besonders schwer hat die lange Trockenperiode die Bauern getroffen.

Selbst der Landregen, der dieser Tage über dem Waldeck-Frankenberger Land niederging, bringt für einige Früchte keinen Durchbruch mehr, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Frankenberger Bauernverbandes. „Wintergerste und Raps sind inzwischen durch die extreme Trockenheit irreparabel geschädigt. Wir erwarten Ertragseinbußen von 30 bis 50 Prozent. Die Wintergerste wird im Futtertrog landen. Sommergerste, die im Frühjahr gesät wird, ist ein Totalausfall – wir gehen davon aus, dass 70 Prozent weniger geerntet wird als üblich. Nur der Weizen wäre mit genügend Regen eventuell noch zu retten“, fasst er zusammen.Beim Grünschnitt sieht es ähnlich aus. Im Süden Wal­deck-Frankenbergs, vor allem im oberen Edertal und in der Frankenauer Gegend, hätten die Landwirte zum Teil 50 Prozent weniger aus der ersten Mahd erwirtschaftet als in den Jahren zuvor.

Ein ähnliches Bild skizziert Heinz Brühmann aus dem Wal­decker Land. „Die lange Trockenheit hat sich sehr negativ auf das Wachstum ausgewirkt“, sagt der Vorsitzende des Waldecker Bauernverbandes. Während auf guten Böden in Talauen mit rund 20 Prozent Verlust gerechnet wird, hätte die Trockenheit auf schwachen Böden und in Hanglagen derart große Schäden angerichtet, dass lediglich die Hälfte des üblichen Ertrags geerntet werden könne. „Der gute Landregen dieser Tage entschärft die Situation ein wenig und ist jetzt besonders wichtig für den Mais, der für Viehbetriebe eine große Rolle spielt“, sagt Brühmann. Dennoch haben die Landwirte Sorgen, wie sie ihre Tiere über den Winter bringen sollen. Flächenstarke Bauern trifft die Trockenheit nicht so hart wie Landwirte, die auf relativ kleiner Fläche viel Vieh halten. „Für die gibt es eine dunkle Zeit“, meint Eckel und erklärt: „Einige Landwirte haben bereits damit begonnen, Vieh zu verkaufen. Für Rindfleisch ist derzeit noch ein guter Preis zu erzielen, und angesichts der deutlichen Futtermittelknappheit müssen die Bauern vorsorgen.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag,10. Juni

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