Unfallzahlen haben sich verdoppelt – ADFC bietet Kurse an

Deutlich mehr E-Bike-Unfälle in Waldeck-Frankenberg

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Allein im Jahr 2018 wurden knapp eine Million Fahrräder mit Elektroantrieb verkauft. 

Die Zahl der E-Bikes in Deutschland wird inzwischen auf 4,5 Millionen geschätzt. Mit der steigenden Zahl haben sich auch die Unfälle deutlich erhöht. 

Jedes vierte in Deutschland verkaufte Fahrrad ist inzwischen ein E-Bike. Allein im Jahr 2018 wurden knapp eine Million Fahrräder mit Elektroantrieb verkauft. Nach Einschätzung des Zweirad-Industrie-Verbandes gibt es mittlerweile 4,5 Millionen E-Bikes in Deutschland. Mit der steigenden Zahl der Elektro-Räder haben sich allerdings auch die Unfälle mit E-Bikes deutlich erhöht. 

Nach einer Statistik der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg haben sich von Januar bis einschließlich Juli dieses Jahres schon sieben Unfälle mit Pedelecs im Landkreis ereignet – so viele wie im gesamten Jahr 2018. Todesfälle waren nicht darunter. 

Bei Unfällen mit Pedelecs wurden 2019 eine Person schwer und fünf leicht verletzt. Im Jahr zuvor gab es sieben Verletzte nach Pedelec-Unfällen – zwei Schwer- und fünf Leichtverletzte. Im Zeitraum von 2017 zu 2018 hat sich allerdings auch die Zahl der Fahrrad-Unfälle ohne Elektromotor im Landkreis von 31 auf 62 glatt verdoppelt. Dabei wurden zwei Personen getötet, 21 schwer verletzt und 32 leicht. „Die Dunkelziffer ist deutlich höher“, sagt Jörg Dämmer von der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. 

Höheres Gewicht

„Wer allein mit dem E-Bike stürzt, wird danach nicht unbedingt die Polizei einschalten.“ Das bestätigt Robert Wöhler, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Kassel: Gerade ältere Pedelec-Fahrer seien häufig in Alleinunfälle ohne Fremdbeteiligung verwickelt.

„Elektrofahrräder haben ein höheres Gewicht, man erreicht mit ihnen höhere Geschwindigkeiten. Das wird von vielen Radfahrern unterschätzt.“ Viele Senioren nutzten Pedelecs wegen des Komforts, auch wenn sie schon länger kein Rad mehr gefahren seien. Neben der eigenen Gefährdung seien auch häufig Fußgänger in Zusammenstöße involviert.

Unterschied zwischen E-Bikes und Pedelecs

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden E-Bikes und Pedelecs synonym verwendet. Dabei sind Elektroräder auf rechtlicher Ebene in drei Klassen unterteilt: Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) fährt bis 25 km/h schnell und darf auf Radwegen verwendet werden. Zudem gibt es S-Pedelecs, die bis 45 km/h fahren. E-Bikes im engeren Sinn sind Elektromofas, die ohne Pedale funktionieren. Für S-Pedelecs wie E-Bikes sind Versicherungskennzeichen und Mofaführerschein nötig.  (Thomas Hoffmeister) 

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