Quote sinkt im Landkreis auf 4,6 Prozent

Deutlich weniger Arbeitslose

Waldeck-Frankenberg - In Waldeck-Frankenberg ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken. Im September waren 3990 Personen auf Jobsuche bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 395 weniger als im August. Damit liegt die Arbeitslosenquote wieder unter der Fünf-Prozent-Marke.

Mit dem Herbst kommt auch der regionale Arbeitsmarkt wieder in Schwung. Den Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahres führt Agenturchef Uwe Kemper als saisonalen Einfluss, einen guten Branchenmix als strukturellen Grund für die positive Entwicklung an. Denn nach den Sommerferien steigen viele Jugendliche ins Erwerbsleben ein oder besuchen weiterführende Schulen.

3990 Personen waren im September im Landkreis Waldeck-Frankenberg arbeitslos gemeldet, 395 weniger als im Vormonat und 158 weniger als im September 2013. Die aktuelle Quote liegt bei 4,6 Prozent, im August waren es 5,1 Prozent und im September 2013 4,9 Prozent. Im gesamten Agenturbezirk, der auch den Schwalm-Eder-Kreis umfasst, liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 4,8 Prozent. Noch vor einem Monat waren es 5,1 Prozent und vor einem Jahr 5,0 Prozent gewesen. Insgesamt sind momentan 8738 Arbeitslose registriert, 597 weniger als im August und 243 weniger als im September 2013.

Im Landkreis weist die Geschäftsstelle Frankenberg mit einer Quote von 3,7 Prozent die günstigste Lage am Arbeitsmarkt auf: Hier ging die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 10,1 Prozent auf 1056 Personen zurück. Kreisweit profitieren laut Kemper alle Personengruppen von der Erholung, insbesondere die Jüngeren bis 20 Jahre mit einem Minus von 7,4 Prozent und bis 25 Jahre mit einem Rückgang von 9,8 Prozent.

996 offene Stellen

Im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) betreut das Kreisjobcenter derzeit 2483 Arbeitslose, 135 weniger als im Vormonat. Das entspricht einem Rückgang von 5,2 Prozent. Auch die Zahl der vom Jobcenter betreuten Langzeitarbeitslosen sei um 3,5 Prozent und binnen Monatsfrist „zum vierten Mal in Folge“ gesunken, erklärt Geschäftsführer Reinhold Lohmar.

Im September wurden der Agentur 317 offene Stellen von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern in Waldeck-Frankenberg gemeldet. Das entspricht einem Minus von 96 Offerten (minus 19,3 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Für diesen Rückgang seien saisonale Gründe ausschlaggebend. Durch das vergleichsweise späte Ferienende feilten viele Betriebe noch an ihrer mittelfristigen Personalplanung, so Kemper. Überdies bewege sich der aktuelle Stellenbestand mit 996 Angeboten (minus 8,8 Prozent zum Vormonat, plus 3,6 Prozent zum Vorjahr) weiter auf hohem Niveau.

„Die Herbstbelebung ist zwar keine Überraschung, aber dieses Jahr deutlich spürbar“, bilanziert Kemper. Festzustellen sei, dass sich im Vergleich zum Vorjahr weniger Menschen arbeitslos gemeldet haben, die unmittelbar zuvor noch einer Beschäftigung nachgingen. Der Agenturchef wertet dies als Indiz für eine noch stabile Konjunktur. Internationale Entwicklungen, wie etwa die womöglich weiter eskalierende Sanktionspolitik zwischen der EU und Russland könnten sich jedoch nachteilig auf das im Landkreis stark vertretene verarbeitende Gewerbe auswirken.

Von Thomas Kobbe

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