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Deutlich weniger Verkehrstote in Waldeck-Frankenberg

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Von: Philipp Daum

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Unfall im Mai 2021 nahe Korbach: Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Waldeck-Frankenberg insgesamt 3485 Verkehrsunfälle und damit 182 mehr als im Jahr zuvor. Archiv
Unfall im Mai 2021 nahe Korbach: Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Waldeck-Frankenberg insgesamt 3485 Verkehrsunfälle und damit 182 mehr als im Jahr zuvor. © Hans Peter Osterhold (Archiv)

Im Landkreis sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als in den Vorjahren. Das geht aus der aktuellen Statistik der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg hervor.

Demnach starben 2021 bei Verkehrsunfällen in Waldeck-Frankenberg drei Menschen. „Das ist eine enorme Verringerung um 80 Prozent im Vergleich zu 2020. Damit ist der niedrigste Stand seit vielen Jahren erreicht“, heißt es in der Statistik. Der Blick auf die Zahlen verdeutlicht dies: 2017 kamen bei Verkehrsunfällen im Landkreis insgesamt 15 Menschen ums Leben, 2018 waren es zehn, 2019 sechs und 2020 wieder 15.

Alle drei Menschen, die 2021 ihr Leben auf den Straßen in Waldeck-Frankenberg verloren, waren zum Zeitpunkt der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landesstraßen unterwegs. Zwei der Getöteten waren Autofahrer, eine Person lenkte ein Motorrad.

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass auch die Zahl der Schwerverletzten infolge eines Verkehrsunfalls zurückgegangen ist – und zwar von 200 im Jahr 2020 auf 172 (Minus 14 Prozent) im aktuellen Statistikjahr 2021. Die Zahl der Leichtverletzten verringerte sich im gleichen Zeitraum ebenfalls – um 7,51 Prozent auf 382. 2020 hatte es noch 413 Leichtverletzte bei Unfällen im Kreis gegeben.

Manuel Luxenburger, Sprecher bei der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg
Manuel Luxenburger, Sprecher bei der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg © Julia Janzen

Mit Blick auf die getöteten und schwer verletzten Personen bei Verkehrsunfällen in Waldeck-Frankenberg gibt die Polizeidirektion als häufigste Unfallursache „Geschwindigkeit“ und „andere Fahrfehler“ an. Zu letzterem gehören unter anderem auch „Unachtsamkeit oder Ablenkung durch digitale Endgeräte“.

Dass bei Verkehrsunfällen in Waldeck-Frankenberg im vergangenen Jahr deutlich weniger Menschen getötet und verletzt wurden, ist bemerkenswert – schließlich stieg die Zahl der Unfälle insgesamt um 182 (plus 5,5 Prozent) leicht an: von 3303 im Jahr 2020 auf 3485 im darauffolgenden Jahr. Zur Erinnerung: Der harte Corona-Lockdown mit Kontaktbeschränkungen, Distanzunterricht, Homeoffice und Schließung von Infrastruktur – vor allem touristischer Einrichtungen – sowie der Ausfall aller Veranstaltungen, Festen und Feiern hatte 2020 zu deutlich weniger Verkehr auf den Straßen im Landkreis geführt.

Warum aber trotzdem 2020 die Zahl der Verkehrstoten viel höher lag als 2021 und wieso es vor zwei Jahren auch mehr Verletzte gab als 2021, kann sich Manuel Luxenburger von der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg auch nicht erklären: „Vielleicht sind die Menschen, als sie nach dem harten Corona-Lockdown wieder mehr auf den Straßen unterwegs waren, etwas vorsichtiger gefahren. Aber das ist nur eine Vermutung und nicht belegt.“ Da laut Luxenburger die meisten schweren Unfälle auf das Missachten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit zurückzuführen sind, lautet sein unbedingter Appell: Immer vorausschauend und vorschriftsmäßig fahren.

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