DGB lädt zu Kundgebung

1. Mai in Korbach: Gewerkschaften fordern Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit

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Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit: Über diese Werte sprach auch Peter Hausmann, der Hauptredner der Maikundgebung in Korbach.

Korbach. Unter dem Motto "Solidarität - Vielfalt - Gerechtigkeit" hat der DGB zur Maikundgebung eingeladen. Der Tenor: Auf allen Feldern gebe es viel zu tun - und viele falsche Lösungen.

"Das Geld, das hier erwirtschaftet wird, soll da landen, wo es hingehört", erklärte Peter Hausmann: "bei den Leistungsträgern". Damit meinte der Hauptredner der Maikundgebung in Korbach die Krankenschwester, die Laborantin, den Schichtarbeiter bei Conti - die Arbeiter des Landes.

Deutlich mehr als 150 Menschen waren trotz anfänglicher Kälte auf den Obermarkt gekommen. DGB und Gewerkschaften hatten eingeladen. Das diesjährige Motto lautete "Solidarität - Vielfalt - Gerechtigkeit".

Gerechtigkeit schaffen

Auch wenn die Wirtschaft stabil sei und die Gewerkschaften viel erreicht hätten, fühle sich die Gesellschaft bedroht, befand Hausmann, der bis vor einem Jahr Vorstandsmitglied bei der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie war: Der Zusammenhalt werde angegriffen, weil die Spanne zwischen arm und reich immer größer werde, so der Hannoveraner.

Die Gewerkschaften setzten sich also für die Vermögenssteuer, höhere Spitzensteuersätze und Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen ein.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung begrüßte er die Punkte zur Rente und zur Arbeitgeber-Beteiligung bei der Krankenversicherung, sowie die Bekenntnisse zu besseren Bedingungen in der Pflege, einem sozialeren Europa und Investitionen in die digitale Infrastruktur. Aber: "Es zählt, was umgesetzt wird. Wir werden der Politik Dampf machen", kündigte Hausmann an.

Solidarisch handeln

Gerade bei der Pflege wurde er deutlich: Bezahlung und Arbeitszeiten müssten sich verbessern. "Das muss sich ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland leisten können."

Die Gewerkschaft setze sich für gerechte Bezahlung ein - gerade bei Frauen sei die oft noch nicht gegeben. Der andere große Punkt seien die Arbeitszeiten, die angesichts der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Anforderungen der modernen Arbeitswelt und auch von Auszeiten und Pflegefällen flexibler werden müssten. Wo hingegen mehr Struktur nötig sei: "Ewige Befristungen ohne Grund müssen weg."

Vielfalt leben

Auch auf den Begriff "Vielfalt" aus dem Motto ging Hausmann ein: "Für mich als Gewerkschafter ist es doch nicht wichtig, woher der Kollege kommt und woran er glaubt; sondern dass er Kollege Leistung bringt; dass ich mit ihm klar komme."

Vor Krieg, Bürgerkrieg und Verfolgung solle Schutz geboten werden. Wichtig sei derweil auch, die innere Sicherheit zu stärken und Asylverfahren zu beschleunigen. "Was wir nicht brauchen, sind Symboldiskussionen", sagte er im Hinblick auf aktuelle Debatten zum Thema Religion.

Viel Unterstützung

"Ein Kreuz an der Wand ersetzt keine humane Politik", befand auch Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Solidarität,  Vielfalt und Gerechtigkeit seien als Themen auch in der Kirche, in Predigten und Gebeten zu finden - es gebe große Gemeinsamkeiten mit den Gewerkschaften. Dazu zähle auch die Einsicht, dass Gerechtigkeit die Grundlage für Frieden sei - wie sie genau aussehe, sei eine Frage, die immer wieder gestellt werden müsse.

Missstände gebe es auf diesem Feld viele, befand Kreisbeigeordnete Hannelore Behle (SPD): "Der 1. Mai ist die Gelegenheit, auf sie hinzuweisen." Auch Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich grüßte: "Unsere Gewerkschaften bleiben ein Grundpfeiler für unsere demokratisches Gemeinwesen.

Hausmann fasste zusammen: "Wir als Gewerkschafter stehen gegen alle, die Probleme nehmen und damit die Gesellschaft auseinander treiben wollen."

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