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Waldeck-Frankenberg: Steigende Energiepreise bereiten Badbetreibern Sorge

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Saunalandschaft im Arobella. Aktuell werde noch analysiert, welche Maßnahmen im Hinblick auf Energieeinsparungen im Arobella möglich und sinnvoll sind, sagte Bürgermeister Marko Lambion. (
Saunalandschaft im Arobella. Aktuell werde noch analysiert, welche Maßnahmen im Hinblick auf Energieeinsparungen im Arobella möglich und sinnvoll sind, sagte Bürgermeister Marko Lambion. © Tourist-Info Bad Arolsen

Wie wollen die Schwimmbad-Betreiber auf die aktuelle Energie-Krise reagieren? Wir haben nachgefragt.

Waldeck-Frankenberg – Das Korbacher Goldbad hält sich laut Wolfgang Wilhelm an die jüngsten Empfehlungen des Deutschen Städtetags. „Darin steht geschrieben, dass Schwimmhallen geöffnet bleiben. Eine Absenkung der Wassertemperatur soll aber stattfinden“, sagt der Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Korbach. Daher werde das Goldbad ab kommender Woche wieder komplett öffnen. Damit gehen auch das zuletzt geschlossene Solebad und die Sauna gehen wieder täglich in Betrieb.

„In den Empfehlungen steht nämlich auch, dass Therapie- und Rehamaßnahmen in den Hallenbädern weiter stattfinden sollen. Genau dafür ist das Solebad da“, betont Wilhelm. „Einen eingeschränkten Sauna-Betrieb können wir uns deshalb nicht leisten, weil dann die Badegäste abwandern.“ Um letztlich aber doch den Gasverbrauch zu verringern, bleibt es im Korbacher Hallenbad bei der Temperatur-Absenkung im Schwimmerbecken, Sprung- und Rutschenlandebecken von 28 auf 26 Grad. „Im Nichtschwimmerbecken wird die Temperatur von 34 auf 28 Grad abgesenkt“, sagt Wilhelm, der auch deutlich macht: „Wenn die EWF bei uns wegen eines Gas-Engpasses anruft und fordert, dass wir neben anderen Großverbrauchern vom Netz gehen sollen, werden wir das auch machen.“

Energiesparen ist auch beim Neubau des Willinger Lagunenbads ein Thema. Die Abwärme der Eishalle soll künftig komplett genutzt werden, zudem soll über Photovoltaik Strom erzeugt werden. Bis 2031 ist beim Blockheizkraftwerk eine Zusammenarbeit mit dem Energieversorger EAM vertraglich festgelegt. Kurbetrieb, Lagunenbad und Sauerland-Stern werden so über Biogas mit Energie versorgt.

Das Familien- und Erlebnisbad in Heringhausen hat derzeit keine gekürzten Öffnungszeiten, wie Rainer Fischer von der Gemeindeverwaltung berichtet. Allerdings sei die Wassertemperatur in zwei Schritten um jeweils ein Grad reduziert worden, um Gas zu sparen. Auch die Sauna bleibe bis auf Weiteres außer Betrieb.

Zur Entwicklung im Freizeitbad Arobella in Bad Arolsen erklärt Bürgermeister Marko Lambion: Aktuell wird noch analysiert, welche Maßnahmen im Hinblick auf Energieeinsparungen im Arobella möglich und sinnvoll sind. Für 2023 ist die Anbringung einer Photovoltaikanlage angedacht, die die komplette Stromversorgung erbringen soll.

Im Heloponte-Hallenbad in Bad Wildungen sind die Temperaturen um 2 bis 4 Grad gesenkt. Im Schwimmerbecken liegt die Wassertemperatur bei etwa 26 Grad (bislang 28), in den anderen Becken bei 29 Grad. Das gilt auch für das Warmwasserbecken, das zuvor bis 34 Grad geheizt wurde. Auch die Temperatur im Bad und in den Aufenthaltsräumen der Sauna wird reduziert. Das Schwimmbad bleibt sechs Tage pro Woche geöffnet, aber bei einer Nutzungszeit von nur noch sieben Stunden täglich. Zwei Saunatage pro Woche werden in der neuen Saison komplett gestrichen.  dau/wf/ah/höh

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