Waldeck-Frankenberg

Dienstreisen und Bonuszahlungen lückenlos aufklären

- Waldeck-Frankenberg (jk). Der Kreistag nimmt sich die Akten zu Helmut Eichenlaub vor. Ein Ausschuss des Parlaments soll Dienstreisen des Ex-Landrats und Bonuszahlungen an leitende Beamte unter die Lupe nehmen.

Allein 38 Auslandsreisen schlugen beim früheren Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) in den Jahren 2008 und 2009 zu Buche. Scheibchenweise kamen auf Nachfragen von WLZ-FZ seit Herbst 2009 weitere Ungereimtheiten ans Tageslicht – bis hin zu ausgiebigen Fahrten eines burgenländischen Landesbeamten mit einem Dienstwagen des Kreises Waldeck-Frankenberg. Für die Opposition im Kreistag aus SPD und Grünen stand deshalb fest: Die seit 2007 immer weiter ausufernden Kosten für Dienstreisen, Spesen und Partnerschaften sprengen weithin in Hessen sämtliche Grenzen. „Wenn man mit Vertretern aus anderen Landkreisen spricht, erntet man nur noch Kopfschütteln“, betonte am Montag im Kreistag SPD-Fraktionschef Reinhard Kahl (Vöhl). „Wenn ein Landrat 23mal in einem Jahr (2009) im Ausland ist, das muss doch mal irgendjemand merken“, wetterte Grünen-Sprecher Jürgen Frömmrich (Frankenberg). Dabei war aus Sicht von SPD wie Grünen eines sonnenklar: Insbesondere die weiteren Dezernenten an der Kreisspitze, Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (FWG) sowie der ehrenamtliche Beigeordnete Otto Wilke (FDP), ließen es an Kontrolle vermissen – und trügen deshalb Mitverantwortung an dem Desaster.Die CDU hatte selbst einen Antrag gestellt, Eichenlaubs Dienstreisen zu durchleuchten. „Wir stehen hinter den Beschlüssen“, betonte CDU-Fraktionschef Rainer Opper (Gemünden/Wohra). „Sie sehen mich genauso entsetzt“, unterstrich ebenso FDP-Sprecher Heinrich Heidel (Vöhl). Derweil distanzierten sich CDU, FWG und FDP vor einer „Kampagne“ gegen Niederstraßer und Wilke – vor der sich etwa FWG-Sprecher Heinrich Hofmann verwahrte: „Wir sind für lückenlose Aufklärung.“ Aber es gehe nicht an, „die Verwaltung und den Ersten Kreisbeigeordneten an den Pranger zu stellen“.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom Dienstag, 27. April.

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