Anonyme Beleidigungen und Drohungen gegen Sparkassen-Mitarbeiter

„Dieser Fall ist einmalig“

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Waldeck-Frankenberg - Seit sieben Wochen haben Mitarbeiter und Vorstand der Sparkasse Waldeck-Frankenberg beleidigende E-Mails und Faxe erhalten (wir berichteten). „Dieser Fall ist einmalig“, sagt der Kommunikationsberater Dirk Metz auf Nachfrage.

„Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt. Das Besondere ist, dass auf diese Weise Gift in einem Unternehmen verbreitet wird, und dass viele Mitarbeiter angegangen werden.“ Dirk Metz hat die Sparkasse auf dem Weg begleitet, mit dem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen. Der diskrete Umgang der Mitarbeiter mit den schriftlichen Beleidigungen und Drohungen spreche für das Unternehmen. Und es bedeute, dass die Mitarbeiter die Vorwürfe gegen die Sparkasse für unangebracht halten sowie das Vorgehen des Absenders für verwerflich. „An dem guten Betriebsklima habe ich überhaupt keine Zweifel.“ Der oder die anonymen Verfasser hätten die Mails und Faxe an mehrere hundert Mitarbeiter verschickt, hatte die Sparkasse am Dienstag in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Der Absender sei unbekannt. „Dass manche unter Tarnnamen schreiben, ist nichts Neues“, erklärt Dirk Metz. Mitarbeiter haben bereits Strafanzeigen gegen Unbekannt erstattet. Laut der Sparkasse verbreitet der Urheber Unwahrheiten und greift einzelne Mitarbeiter persönlich an. Auf die Frage, mit welcher Art der Formulierungen man sich grundsätzlich strafbar macht, will sich Dirk Metz nicht äußern. „Da müsste ich Beispiele nennen.“ Doch um Mitarbeiter zu schützen, will man sich diesbezüglich zurückhalten.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ist mit dem Thema befasst, bestätigte Sprecher Götz Wied. Er äußerte sich nur zu der Handhabe solcher Fälle im Allgemeinen. Würde ein Verfasser solcher Briefe gefunden, müsste er sich wohl wegen Beleidigung und Verleumdung verantworten.

Wer Schimpfwörter benutze oder „wer Sprache verwendet, die geeignet ist, den anderen in seinem Ehrgefühl zu verletzen“, mache sich strafbar.

Die Beleidigung wird laut Strafgesetzbuch nur verfolgt, wenn ein Antrag eines Opfers vorliegt, was hier der Fall ist. Welche Strafe den oder die Urheber solcher E-Mails und Faxe erwarten würde, „das hängt von den einzelnen Fällen ab“, es komme auf das Ausmaß der Straftat und auf eine eventuelle Vorbestrafung eines Angeklagten an. Bei Beleidigung drohten Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr.(srs)

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