Waldeck-Frankenberg

Kay Dippel genießt die Freiheit bei Touren mit seinem VW Bulli

- Waldeck-Frankenberg (nv). „Hier bin ich und hier bleib ich“: Das Gefühl von Freiheit, das den VW-Bulli in den 60er-Jahren zum „Hippie-Dienstwagen“ machte, genießt Kay Dippel bei jeder Tour mit seinem T1. Sein treuer Kamerad ist 44 Jahre alt.

Mit der Textzeile „People in motion“ („Menschen in Bewegung“) besingt Scott McKenzie in seinem Flower-Power-Klassiker „San Francisco“ die Hippie-Kultur Ende der 60er-Jahre. Mit dieser Bewegung – aus der bürgerlichen Enge hinaus in die Freiheit – untrennbar verbunden ist der Welterfolg des VW-Bulli. Die Flower-Power-Szene hatte den Bus, der 1960 erstmals in Wolfsburg vom Band gelaufen war, zum einzig wahren Fortbewegungsmittel auserkoren. Spätestens die „Magical-Mystery-Tour“ der Beatles 1967 stimmte die Jugend darauf ein, sich in einer VW-Bus-Karawane auf den „Hippie-Trail“ Richtung Kalifornien oder Indien zu machen.

„Die Briten sind bis heute Bulli-verrückt“, berichtet Kay Dippel, der bereits mehrfach Treffen im Heimatland der „Pilzköpfe“ besuchte. Den Raumausstatter, der in Landau zu Hause ist, hat das Bulli-Fieber 2001 gepackt. „Ein Faible für alte Autos hatte ich schon immer“, betont der 40-Jährige. Durch einen Zufall sei er 1992 auf den Käfer gekommen. Auch wenn der Zweitwagen eher „zum Streicheln“ da gewesen sei, habe jede Ausfahrt – natürlich nur bei schönem Wetter – ihm große Freude gemacht, erinnert sich Dippel. Beim Stöbern in verschiedenen VW-Zeitschriften habe er dann immer schon einmal mit einem Bulli geliebäugelt, verrät er. „Ein Bus ist einfach praktisch, aber wenn, dann sollte es nur so etwas sein“, schaut er verzückt auf seinen Bulli der ersten Generation (T1).

Als Dippel eine Verkaufsanzeige für einen T1 „Samba“ in der Zeitschrift entdeckt, macht er sich auf nach Wölfersheim. „Ich wollte so ein Auto nur einmal gesehen haben. Es gibt sie zwar noch reichlich, aber man sieht sie doch selten“, erläutert der Landauer. „Zwei Stunden bin ich drum herum gelaufen und habe mir immer wieder gesagt, dass ich dafür kein Geld ausgeben kann – und dann habe ich ihn gekauft“, lächelt Dippel. „Das war exakt heute vor neun Jahren.“

Die Entscheidung für das „Achtsitzer-Sondermodell“, wie die offizielle VW-Bezeichnung lautet, hat er keinen Tag bereut. „Ich bin mit ihm noch nie liegen geblieben“, blickt Dippel zurück. Ob Urlaubsreisen an den Gardasee oder Touren zu VW-Treffen nach England, Belgien oder in die Niederlande – der 44 Jahre alte Kamerad mit dem 44 PS-starken, luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor rollt und rollt und rollt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 1. April 2010.

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