Kreistag beschließt Kostenbeteiligung

Direktverbindung zum ICE-Drehkreuz

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Von Bad Wildungen nach Kassel-Wilhelmshöhe geht es ab Dezember achtmal direkt in einer Stunde ohne umzusteigen.Foto: Archiv

Waldeck-Frankenberg - Deutschlands zweitgrößte Kurstadt erhält ab Jahresende direkten Anschluss an den ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe.

Ohne Zwischenhalt in Wabern gibt es künftig acht direkte Verbindungen täglich zwischen Bad Wildungen und Kassel. Diese deutliche Verbesserung des Angebots hat ihren Preis: Mit 100000 Euro jährlich hat sich der Kreis, mit weiteren 50000 Euro die davon profitierende Stadt Bad Wildungen an der Fahrplanänderung zu beteiligen. Dies hat der Kreistag gestern mit großer Mehrheit beschlossen.

Zunächst sollte der Beschluss vertagt werden, um in den Ausschüssen noch weitere Fragen zu klären. Zudem beantragten die Christdemokraten, dass der Landkreis allein die 150000 Euro aufbringen solle. Dies stelle mit Blick auf die reaktivierte Strecke Korbach-Frankenberg, für die ausschließlich der Landkreis einen Obolus für die Betriebskosten entrichte, eine Gleichbehandlung sicher, begründete es Claudia Ravensburg. SPD-Sprecherin Petra Imke zweifelte an diesem Vergleich. Der direkte Anschluss an das ICE-Drehkreuz komme dem Mittelzentrum Bad Wildungen in höherem Maße zugute als einer der Kommunen entlang der Strecke zwischen Korbach und Frankenberg.

Landrat Dr. Reinhard Kubat wies auf die Gefahr hin, durch eine weitere Beratungsrunde in den parlamentarischen Gremien in Zeitnot zu geraten und damit das Projekt grundsätzlich in Frage zu stellen. Eine Beteiligung Bad Wildungens an den Betriebskosten von jährlich 2,5 Millionen Euro habe in den Verhandlungen mit dem Betreiber NVV mit den Ausschlag gegeben, berichtete er. Denn eine ersatzlose Schließung der unrentablen, weil umständlichen Verbindung mit Umstieg in Wabern habe spätestens 2017 gedroht. Unter diesem Umständen lehnte eine Mehrheit schließlich den Änderungsantrag der CDU-Fraktion ab.(tk)

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