Das muss beim Ausstellen und Einlösen rechtlich unbedingt beachtet werden

Drei Jahre Frist für Geschenkgutscheine

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Besonders beliebt: Gutscheine werden zum Weihnachtsfest häufig verschenkt. Sie können allerdings nicht beliebig lange eingelöst werden.

Waldeck-Frankenberg. Klarer Favorit bei der Suche nach Geschenken mit immer noch steigender Beliebtheit sind Gutscheine: In Umfragen gibt etwa jeder zweite Befragte an, am liebsten Gutscheine zu verschenken.

Das freut die Einzelhändler, denn beim Einlösen geben die Beschenkten in der Regel noch mehr Geld aus als den Nennwert, der auf den Geschenkkarten steht. Doch bei vielen Kunden wie auch bei manchen Händlern herrscht Unsicherheit über die rechtlichen Bedingungen beim Ausstellen und Einlösen von Geschenkgutscheinen. Wir haben wichtige Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengefasst:

? Können Geschenkgutscheine beliebig lange eingelöst werden? 

! Nein, entgegen einer weit verbreiteten Annahme muss ein Händler keine Gutscheine mehr annehmen, die schon etliche Jahre alt sind. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg gilt eine regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese Frist läuft ab dem Ende des Jahres, in welchem der Gutschein ausgestellt worden ist. Wer also zu Weihnachten 2013 mit einem Gutschein beschenkt worden ist, kann ihn noch bis Ende dieses Jahres einlösen.

? Was ist, wenn auf dem Geschenkgutschein eine kürzere Einlösefrist als drei Jahre genannt ist? 

! Das kommt auf den Einzelfall an, erläutert Simone Kaiser-Dietrich aus dem IHK-Team Recht und Steuern: „Befristungen sind wirksam, wenn sie den Kunden nicht unangemessen benachteiligen“. So könne beispielsweise der Gutschein eines großen Fachmarkts auf zwei Jahre Gültigkeit befristet werden. Dagegen sei eine zehnmonatige Einlösefrist in einer gerichtlichen Einzelfallentscheidung als zu kurz angesehen worden. Dann gelte wieder die dreijährige Standardfrist.

? Also gilt ein Gutschein ohne Befristungsangabe immer drei Jahre lang? 

! Im Prinzip ja - nur sollten Kunden darauf achten, dass der Händler neben Gutscheinwert, Stempel und Unterschrift auch das Ausstellungsdatum nicht vergisst. Sonst ist ein Nachweis der Gültigkeitsdauer später kaum möglich.

? Kann man einen namentlich gekennzeichneten Gutschein eigentlich auch weiterverschenken? 

! Ja, das ist möglich. Laut IHK hat die Angabe eines Namens auf dem Gutschein keine rechtliche Auswirkung auf die Pflicht des Händlers, ihn einzulösen. Nach Auffassung von Gerichten solle ein Name auf dem Gutschein bloß dokumentieren, dass zwischen dem Schenker und dem Beschenkten eine persönliche Beziehung besteht.

Was passiert, wenn komplett vergessen wird, den Gutschein in einer ordnungsgemäßen Frist einzulösen? Die Antwort dazu sowie weitere Fragen und Antworten zu Gutschein-Geschenken lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der WLZ am Montag, 19. Dezember 

Von Axel Schwarz 

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