Waldeck-Frankenberg

Dringend Tagespflegemütter gesucht

+

- Waldeck-Frankenberg (rou). Die Nachfrage ist groß, das Angebot mit 115 zertifizierten Tagespflegepersonen im Landkreis ebenfalls – jedoch nicht gleichmäßig über Wal­deck-Frankenberg verteilt. Händeringend sucht der Fachdienst Jugend deshalb Tagespflegemütter aus Nordwaldeck und aus dem Upland.

Seit nunmehr fünf Jahren bemüht sich der Fachdienst Jugend des Kreises um die Ausbildung von Tagespflegemüttern, die in Ergänzung zu den Angeboten der Kindergärten, der Kindertagesstätten sowie der betreuenden Grundschulen auf selbstständiger Basis die Betreuung von Mädchen und Jungen übernehmen. Aktuell umfasst die Liste von Brigitte Peters vom Jugendamt 115 Tagespflegemütter im Landkreis, die im Auftrag des Fachdiensts Jugend ihre Dienstleistung anbieten.

„Quantitativ sind wir eigentlich nicht schlecht aufgestellt“, berichtet die Nachfolgerin von Dieter Klein, der seit 2006 an diesem Projekt gearbeitet hat. „Bis auf Bad Arolsen sind wir in den Mittelzentren gut versorgt, vor allem im Frankenberger Land“, stellt Peters klar. Dennoch gebe es einige weiße Flecken in Waldeck-Frankenberg. Als Beispiel nennt sie die Upland-Gemeinden, wo es immer wieder Anfragen von Personen geben würde, die ein Kind von einer zertifizierten Tagespflegemutter betreuen lassen wollten. „Aber wir können niemanden vermitteln, weil es niemanden gibt.“ Erheblicher Bedarf bestünde auch in den Nordwaldeck-Kommunen Bad Arolsen, Volkmarsen und Twistetal. Voraussichtlich am 26. August soll deshalb ein neuer Qualifizierungskurs starten.

An 14 Absolventen eines solchen Kurses überreichten Brigitte Peters, Wilma Wendel von der Kreisvolkshochschule und Olivia Maschke aus dem Dozententeam am Dienstag in Frankenberg das Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme an der Qualifizierung. In einem 48 Unterrichtsstunden umfassenden Grundkurs waren die Frauen aus dem gesamten Landkreis auf ein Colloquium vorbereitet worden, in dem mit ihnen über ihre schriftlich verfasste Hausarbeit gesprochen wurde. Mitarbeiter des Fachdienstes Jugend besuchten die angehenden Tagespflegepersonen auch zu Hause, um sich einen Eindruck von den räumlichen Gegebenheiten zu machen, in denen die Betreuungsleistungen erbracht werden sollen.

Für die Verleihung des Zertifikats ist außerdem ein Erstgespräch mit einem Mitarbeiter des Jugendamts, der Nachweis über einen besuchten Erste-Hilfe-Kurs, ein Hauptschulabschluss sowie ein makelloses Führungszeugnis erforderlich. Um die Anerkennung als qualifizierte Tagespflegeperson nicht aberkannt zu bekommen, müssen die Pflegerinnen jährlich an einer 20 Stunden umfassenden Fortbildung teilnehmen, die von der Volkshochschule angeboten wird. Die Vermittlung der Tagespflegemütter erfolgt stets über den Fachdienst Jugend.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 18. Mai

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare