Kassenärztliche Vereinigung fordert mehr Mediziner

"Wir sind total überbelastet": Druck auf Kinderärzte wächst

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Symbolbild: Druck auf Kinderärzte wächst

Viele Kinderärzte nehmen wegen Überlastung keine Patienten mehr an. Die Kassenärztliche Vereinigung fordert mehr Mediziner. In Waldeck-Frankenberg fallen die Reaktionen unterschiedlich aus.

Unterstützung erhält sie von Kinderärzten in Waldeck-Frankenberg, die ebenfalls eine zunehmende Arbeitsbelastung spüren. Allerdings reagieren die Praxen hierzulande unterschiedlich.

„Ich nehme schon seit vielen Jahren keine neuen Patienten an – ausgenommen sind Geschwisterkinder von Kindern, die bereits bei uns sind sowie Neugeborene“, sagt die Korbacher Kinderärztin Dr. Meike Bökemeier.

Ihr Korbacher Kollege Dr. Hans-Friedrich Kobel nimmt weiter neue Patienten an – das gilt ohne Ausnahmen auch für die Kinderärzte in Bad Wildungen, wie unsere Zeitung auf Anfrage erfuhr. „Ich fühle mich in meiner Praxistätigkeit relativ selten wirklich überbelastet – in infektträchtigen Zeiten des Winterhalbjahres jedoch deutlich ausgelastet“, sagt Dr. Kobel.

Neues Gesetz bringt für Kinderärzte keine Entlastung 

Eine gegenüber früher stärkere Herausforderung sei aber die „Konfrontation mit Bagatellfällen“. Kobel: „Die Unsicherheit der Eltern ist im Verlauf der letzten 20 Jahre größer geworden. Das neue Terminservice-Gesetz bringe für die Kinderärzte auch keine Entlastung, sondern eher eine Belastung. „Die häufigen Akutfälle werden von uns ohnehin schon ständig akut versorgt.“

Dr. Meike Bökemeier, Kinderärztin

Eine angespannte Situation bei der Patientenversorgung durch Kinderärzte zeigt ein Beispiel aus Bad Arolsen. Dort war es in der Vergangenheit üblich, dass auch Kinder aus Orpethal behandelt wurden. Doch eine Familie aus dem Diemelstädter Ortsteil wurde nun gebeten, sich mit ihrem Neugeborenen an Kinderarztpraxen in Marsberg oder Hofgeismar zu wenden.

Kinderärztin: "Wir sind total überlastet" 

Dr. Cornelia Grünler ist Kinderärztin in Bad Arolsen. Sie erklärte gegenüber unserer Zeitung, warum ihre Praxis so verfahren müsse: „Wir sind total überlastet und müssen aus Gründen des Selbstschutzes Grenzen ziehen.“ Es sei keinem gedient, wenn die Ärztinnen bis zum Umfallen arbeiteten.

Die Kinderärzte aus Frankenberg haben sich trotz Anfrage unserer Zeitung nicht zu dem Thema geäußert.

Wie der Alltag einiger Kinderärzte in Waldeck-Frankenberg aussieht, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der WLZ vom 5. September

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