Treffen der Ortslandwirte aus Waldeck-Frankenberg

Dürre: Bis zu 20 Landwirte im Landkreis brauchen Hilfe

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Informierten über aktuelle Entwicklungen: (von links) Dr. Martin Rintelen, Fritz Schäfer, Karlfried Kukuck, Annette Enders und Karl-Hermann Frese.   

Waldeck-Frankenberg. Finanzielle Hilfe nach der Dürre, Düngepaket, Feldwegebau: Dutzende Landwirte aus dem Landkreis informierten sich am Dienstagabend beim Treffen der Ortslandwirte in Vöhl über die aktuellsten Entwicklungen in der Landwirtschaft.

Dürre

„Die Dürre hat uns in diesem Sommer in Atem gehalten“, sagte Annette Enders, Abteilungsleiterin Landwirtschaft beim hessischen Umweltministerium. Vor allem Futterbaubetriebe hätten vor Problemen gestanden, „die noch lange nachwirken werden“. Der Bund habe finanzielle Hilfen zugesagt, aber der Teufel liege im Detail. „Die Latte für Zahlungen liegt entgegen der Ankündigung sehr hoch.“

Rund 18 Millionen Euro gebe es für hessische Bauern, die in Existenznot geraten seien, noch 2018 sollen erste Gelder ausgezahlt werden. Viele offene Fragen seien aber noch zu klären, so Enders. Aus Waldeck-Frankenberg hätten 15 bis 20 Betriebe Hilfe beantragt. „Es ist aber noch unklar, ob alle eine Entschädigung bekommen.“

Düngen

Das Düngepaket, seit 2017 in Kraft, enthalte „eine Vielzahl von Verschärfungen“, um beispielsweise das Grundwasser zu schützen, sagte Annette Enders. Noch immer müssten aber offene Fragen abgearbeitet werden. Vor allem mit Blick auf die Nitratrichtlinie gebe es im Bund die Sorge, dass sie nicht ausreiche. Die Länder sollten deshalb nachsteuern.

Das soll in Hessen – so der Entwurf, über den noch nicht entschieden ist – unter anderem durch die Untersuchung von Wirtschaftsdünger und größere Abstände zu Gewässern geleistet werden.

Feldwege

Rund 900 Kilometer asphaltierte Wirtschaftswege gebe es im Landkreis, sagte Karl-Hermann Frese vom Amt für Bodenmanagement in Korbach. Der Investitionsbedarf für die Feldwege liege bei 50 bis 60 Millionen Euro.

Der Grund für die zahlreichen Schäden: die Belastungen durch immer größere und schwerere Fahrzeuge. Früher sei man von Achslasten von drei bis fünf Tonnen ausgegangen, heute seien es zehn Tonnen.

Auch würden die Fahrzeuge immer breiter. Dem werde bei aktuellen Straßenplanungen bereits Rechnung getragen. Doch zudem müssten die Wege verstärkt werden, „das können Kommunen aber nicht allein leisten.“ Es gebe eine Förderung vom Land, allerdings: im Topf seien nur 500 000 Euro für ganz Hessen vorgesehen, zudem sei die Förderung nur für Orte mit weniger als 10 000 Einwohnern gedacht. Von 28 Anträgen in 2018 seien fünf bewilligt worden.

Veterinär

Kreisveterinär Dr. Martin Rintelen berichtete unter anderem von der afrikanischen Schweinepest. „Wir wollen im Fall der Fälle vorbereitet sein. Der Landkreis hat deshalb keine Kosten gescheut“, sagte er und verwies auf die Anschaffung einer Desinfektionsschleuse. Derzeit werde nach Sammelplätzen für Kadaver gesucht.

In der Vergangenheit habe es immer mal wieder Diskussionen um Unterstände für Tiere im Winter gegeben, wenn diese im Freien stehen. Solche Unterstände fordere der Landkreis. Minimum sei ein trockener Boden, beispielsweise aus Stroh. „Das ist meiner Meinung nach nicht ohne Dach möglich“, so Rintelen.

Es hatte mögliche Fälle von Wolfsangriffen gegeben. Einige Tiere hätten Bissspuren aufgewiesen, die auf einen Wolf hindeuten könnten. Die Untersuchungen würden aber zeigen: An den getöteten Tieren wurde keine Wolfs-DNA nachgewiesen, betonte der Veterinär. Gebe es den Verdacht, sollten möglichst schnell Proben genommen werden.

Ausgleichszahlungen

Das Land zahlt einen Ausgleich für benachteiligte Gebiete, wenn sie am Hang liegen oder der Boden schlechte Qualität hat. So soll eine flächendeckende Landwirtschaft erhalten werden. Diese Gebiete werden nun neu abgegrenzt, sagte Annette Enders vom Ministerium.

Daher würden einige Gemarkungen herausfallen, „auch der Landkreis muss Abstriche in Kauf nehmen – allerdings weniger als andere Landkreise“.

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