Einbußen von 30 bis 50 Prozent

Dürre sorgt im Kreis für Millionen-Verluste bei der Maisernte

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Zeichen der Dürre: Ein Maisfeld bei Laisa im Oberen Edertal.

Waldeck-Frankenberg. Durch die Dürre und die lange Trockenheit bleiben die Erträge aus dem Maisanbau in diesem Jahr auch in Waldeck-Frankenberg weit hinter den Erwartungen zurück. Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, schätzt die Einbußen auf etwa 30 bis 50 Prozent.

Das entspricht einem Verlust von etwa drei bis viereinhalb Millionen Euro. Das Hessische Landwirtschaftsministerium beziffert alle Ernteausfälle der Bauern landesweit auf bis zu 150 Millionen Euro.

Auch Karsten Schmal aus Sachsenhausen, Vorsitzender des Hessischen Bauernverbandes, geht von einer im Durchschnitt um 30 Prozent schlechteren Maisernte in diesem Jahr im Landkreis aus, was erheblich weniger Futter für die Milchkühe bedeute. Laut Eckel bauen im Kreis 800 bis 1000 Landwirte Mais an – auf rund 6000 Hektar. „Das entspricht einem wirtschaftlichen Wert von rund neun Millionen Euro“, sagt Eckel. Er rechnet dabei mit einem Wert von 1500 Euro pro Hektar.

Eckel: „Der meiste Mais bleibt als Viehfutter in den Milchviehbetrieben. Dreiviertel wird Viehfutter, ein Drittel geht in die Energieerzeugung.“ Vor allem im Frankenberger Raum werde viel Mais in die Viessmann-Biogasanlage nach Allendorf geliefert.

Die Konsequenzen für die Milchviehbetriebe durch die schlechte Maisernte seien weitreichend. Durch den fehlenden Mais müssten viele Bauern Kraftfutter, Grassilage oder Heu für ihre Tiere hinzukaufen. „Falls überhaupt jemand Grassilage oder Heu abgibt“, beschreibt Eckel das nächste Problem. „Erste Tierhalter müssen Vieh verkaufen, weil sie die Tiere wegen der schlechten Ernte und des fehlenden Futters nicht über den Winter bekommen.“

Laut Eckel wäre die Situation noch schlimmer, wäre 2017 nicht ein „Bombenjahr“ gewesen: „Im vergangenen Jahr hat alles gepasst, das hatten wir eine gigantische Maisernte. Da hatten wir ein Rekordjahr."

Matthias Eckel und Karsten Schmal sprechen von regional sehr unterschiedlichen Ergebnissen bei der Maisernte. „Wir haben hier schon innerhalb einer Gemarkung und von Dorf zu Dorf ganz extreme Schwankungen, mitunter schon bei einer Entfernung von nur 1000 Metern“, erklärt Eckel: „Wo einzelner Starkregen hingekommen ist, war die Ernte noch in Ordnung.“ 

Allerdings habe mit der Maisernte wegen der heißen Witterung überall schon sehr früh begonnen werden müssen – „etwa sechs Wochen früher als normal“. Ende August sei der Mais weitgehend schon gehäckselt worden. Eckel: „Das hat es so früh noch nie gegeben.“ Und für die Bauern stelle sich nun bereits die nächste bange Frage: Was wird im nächsten Jahr? Eckel: „Nach der Dürre sind die Wiesen in einem denkbar schlechten Zustand.“

 

 

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