52-Jähriger wegen Hehlerei vor Gericht

Schuss auf Juwelier in Kassel: Ist Opfer auch Täter?

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Der Tatort am Tag danach: Unbekannter erbeutete Geld und Schmuck an der Leipziger Straße, Ecke Fischhausweg und flüchtete.

Kassel. Der Schmuckhändler, der am Freitagabend mit einem Schuss am Kopf verletzt worden ist, kommt nun vor Gericht. Ein Vorwurf: Er soll Einbrecherbanden bezahlt haben. 

Der 52-Jährige muss sich am Donnerstag auf der Anklagebank des Kasseler Landgerichts verantworten. Der Mann ist wegen des Verdachts der Hehlerei angeklagt. Ob es ein Zusammenhang zwischen der Tat und dem Prozess gibt, ist noch nicht bekannt.

Er war am Freitag gegen 18.30 Uhr von einem Unbekannten an der Leipziger Straße/Fischhausweg (Bettenhausen) überfallen worden. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts und schweren Raubes. Laut Polizeisprecher Matthias Mänz haben die Ermittler noch keine heiße Spur. Weiter werde man sich aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht zu dem Fall äußern.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der Mann bei dem Überfall in Bettenhausen einen Streifschuss davongetragen haben, der ihn an Ohr und Wange verletzte. Gleichwohl hat er offenbar angekündigt, zu der Gerichtsverhandlung am Donnerstag erscheinen zu wollen.

Der Inhaber eines Geschäftes für Gold- und Schmuckankauf in der Kasseler Innenstadt steht seit Anfang November wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei vor der 11. Strafkammer des Landgerichts. Die Anklage wirft ihm vor, unter dem Deckmantel seines legalen Geschäftes Schmuckstücke aus Wohnungseinbrüchen, aber auch 22 Kettensägen aus einem Einbruch in Hofgeismar zu einem Bruchteil des tatsächlichen Wertes angekauft zu haben. Unter anderem soll der Mann rumänische Einbrecherbanden gezielt zu Hauseinbrüchen geschickt haben. Dabei soll er etwa durch Kundenkontakte in seinem Geschäft gewusst haben, wo es reiche Beute zu machen gibt.

Den Rumänen werden mindestens 40 Hauseinbrüche in Nordhessen und ganz Deutschland zur Last gelegt.  Zwischen November 2011 bis Juli 2016 sollen sie Schmuck für 142.000 Euro erbeutet haben.

Darunter ist auch der Diebstahl von 197 Trauringen im August 2014 in einem Juweliergeschäft in der Brunnenstraße von Bad Wildungen durch vermutlich türkische Trickdiebe. Denen soll der Kasseler Schmuckhändler 950 Euro für die Beute gezahlt haben. Diese Tat hat der Mann inzwischen gestanden.

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