Waldeck-Frankenberg

E10-Start im Landkreis verschoben

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- Waldeck-Frankenberg (lb). Die Zweifel am Biosprit E10 bleiben – auch nach dem Benzin-Gipfel. Sind die Sorgen unbegründet? Wird der Preisunterschied Bedenken wegwischen? Oder ist Bio-Erdgas gar eine bessere Alternative?

Noch bieten die Tankstellen im Landkreis den neuen Super-Kraftstoff nicht an. Doch die Frage der Fragen ist: Wann kommt E10 auch in Waldeck-Frankenberg? „Die Raffinerie in Gelsenkirchen, Hauptlieferant der meisten Tankstellen im Landkreis, hat die Einführung von E10 gerade erst auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagt Thomas Grebe, Geschäftsführer des Korbacher Mineralölhändlers Grebe & Sohn auf Nachfrage der WLZ-FZ. Dennoch rechnet er damit, dass Ende März, Anfang April der Sprit mit bis zu zehn Prozent beigemischten Bioethanol aus den heimischen Zapfhähnen fließen wird. Denn zum 31. März steht die turnusgemäße Umstellung von Winter- auf Sommerqualität bei Benzin an, die sich im Dampfdruck unterscheidet. „Ich gehe davon aus, dass die Raffinerie die Bestandsumwälzung nutzen wird“, sagt Grebe.

Dass er dann auf dem E10-Kraftstoff sitzen bleibt, befürchtet Grebe nicht. „Unsere Aufgabe wird aber sein, zu informieren.“ Selbst wenn nicht alle Bedenken der Kunden ausgeräumt werden können, letztlich werde es sich über wirtschaftliche Abwägungen regeln, ist der Korbacher Mineralölhändler überzeugt. Schon jetzt beträgt der preisliche Abstand zwischen Super und Super plus acht Cent. Wird E10 zum Ladenhüter und die gesetzlich vorgegebene Quote nicht erfüllt, steigt der Super-plus-Preis weiter – und die Kunden greifen schließlich doch zum günstigeren E10, so Grebes Einschätzung.

Sorgen um mögliche Motorschäden durch E10 kann Horst Schleiter (Rosenthal) indes kaum nachvollziehen: „Ich finde die Diskussion Quatsch“, sagt der Autohändler und Tankstellenbetreiber. An seiner Tankstelle bietet Schleiter schon seit fünf Jahren E85 an – Benzin mit einem Bioethanolanteil von 85 Prozent. Der Sprit fließt in Tanks von speziell dafür ausgerüsteten Autos. Für die Fahrer ein Preisvorteil: Der Liter E85 kostet aktuell 99,9 Cent. Da der Heizwert geringer als beim Benzin ist, steigt der Verbrauch allerdings um bis zu 30 Prozent. Ein Teil des Sparvorteils wird dadurch wieder aufgezehrt. „Viele mischen ihn aber auch mit normalem Super“, sagt Schleiter. Eine Beimischung von bis zu 30 Prozent E85 sei für normale Autos problemlos: „Die laufen störungsfrei.“

Von der Erzeugung von Biokraftstoffen hofft auch die Landwirtschaft zu profitieren. Auf die Landwirte in Waldeck-Frankenberg habe die Einführung von E10 aber nur indirekten Einfluss, sagt Kreislandwirt Fritz Schäfer (Vöhl-Basdorf).

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 11. März

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