Familie Behle aus Obernburg hat ihren Söhnen Vornamen aus Hörspielreihe gegeben

Echte Fragezeichen-Fans: Söhne heißen Titus und Justus

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Ausgefallene Vornamen haben Marco und Katrin Behle ihren Jungs gegeben: Titus (Zweiter von links) und Justus – nach Figuren aus den „Drei Fragezeichen“.

Obernburg – Emma und Ben sind deutschlandweit die beliebtesten Vornamen. Doch manche Eltern setzen lieber auf ausgefallenen Namen für ihren Nachwuchs. So wie Marco und Katrin Behle aus Obernburg: Ihre Söhne heißen Justus und Titus, nach Figuren aus der bekannten Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“.

Marco Behle ist seit seiner Kindheit Fan der Hörspielreihe „Die drei Fragezeichen“, auf seine Frau Katrin hat er diese Leidenschaft längst übertragen. Als Katrin schwanger wurde mit einem Sohn, war beiden klar, dass der Vorname ein besonderer sein sollte. Spontan fiel Marco Behle der Name Justus ein „und Katrin war sofort einverstanden“. Bei der zweiten Schwangerschaft – wieder kündigte sich ein Sohn an – fiel die Wahl dann schnell auf Titus. Die Namen Peter und Bob, die Detektivkollegen von Justus, gab es zu oft und klangen dem Paar außerdem zu englisch.

Oft gebe es Nachfragen zu den Namen, sagt Mutter Katrin. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.“ Heute ist Justus elf Jahre alt, Titus ist sieben. Und ja, sagen die beiden, sie mögen ihre Vornamen. Und natürlich sind sie wie die Eltern Fans der Hörspielreihe. Zum Einschlafen hören die Brüder oft eine Folge, die Eltern ebenso. Doch nicht nur im Bett, sondern auch zum Entspannen oder bei der Hausarbeit hört die Familie den drei Detektiven beim Lösen ihrer Fälle zu. „Das ist ein Ausgleich vom Job, man begibt sich in eine andere Welt“, sagt der Familienvater.

Nicht nur gut 100 CDs und zahlreiche Kassetten hat der 43-Jährige im Laufe der Jahre gesammelt. Auch viele andere Fanartikel wie Tassen, T-Shirts, Mäppchen, DVDs und Stifte sind dazu gekommen.

Die beiden Töchter Mareike und Melissa tragen zwar im Vergleich zu ihren Brüdern eher durchschnittliche Vornamen. Doch auch die beiden mögen „Die drei Fragezeichen“. Ist die Familie längere Zeit im Auto unterwegs, läuft stets eine Folge.

Und auch eine Mathilda – im Hörspiel die Frau von Titus und Tante von Justus – gibt es mittlerweile bei den Behles: Die Töchter haben den Rasenmäher der Familie so benannt. 

Sortierung der Vornamen lässt sich ändern

Seit November ist es möglich, Vornamen zu tauschen. Karl Friedrich kann so zu Friedrich Karl werden. Mehrfach wurde davon im Landkreis auch bereits Gebrauch gemacht, bestätigen die Standesämter. Hohe Hürden gibt es bei einer Änderung des Nachnamens. Dennoch lassen sich immer mehr Menschen dazu beim Landkreis beraten.

Die Anzahl der Beratungen ist in den vergangenen fünf Jahren „deutlich angestiegen“, sagt Petra Frömel, Sprecherin des Landkreises. Dort müssen Anträge auf Änderung des Nachnamens eingereicht werden. 120 bis 150 Anfragen gebe es jährlich. Allerdings: Nur etwa elf tatsächlich ausgefüllte Anträge jährlich landen nach einem Beratungsgespräch beim Kreis.

Einen Antrag auf Umsortierung des Vornamens gab es bereits fünf Mal beim Standesamt Nordwaldeck, sagt Jürgen Salokat, Büroleiter der Stadt Volkmarsen. Das Standesamt deckt Bad Arolsen und Volkmarsen ab. Früher sei der Rufname in Dokumenten unterstrichen worden, nun könne er an erster Stelle stehen. Auch beim Frankenberger Standesamt gab es bereits fünf Personen, die die Namensreihenfolge haben ändern lassen, sagt Sprecher Florian Held.

Zwei sind es bislang in Bad Wildungen und Edertal gewesen, sagt Standesamtsleiterin Uta Bubenhagen. Zwei weitere Erklärungen seien von anderen Standesämtern gekommen, weil in Bad Wildungen das entsprechende Geburten- oder Eheregister der Person geführt wird. Zwei solche Anträge kamen auch im Korbacher Standesamt an, sagt Abteilungsleiter Carsten Vahland. Eigene Anträge von Korbachern gab es bisher nicht.

"Frivole und unangemessene Wortspiele"

Generell, so sieht es das Gesetz vor, hat die Änderung des Nachnamens „Ausnahmecharakter“, sagt Petra Frömel, Sprecherin des Landkreises. Es gibt jedoch mehrere Gründe, die eine Änderung rechtfertigen.

Klingt der Nachname „anstößig“ oder „Lächerlich“ und gibt Anlass „zu frivolen oder unangemessenen Wortspielen“, kann er geändert werden. Auch, wenn der Name so oft vorkommt, dass Verwechslungsgefahr besteht, beispielsweise bei Müller oder Schmidt, kann er durchaus geändert werden. Ist ein Nachname eng mit dem Täter einer Straftat verbunden, kann er ebenfalls verändert werden. Doch das Verfahren ist aufwendig, die Kosten mit bis zu 1500 Euro hoch.

Bei Vornamen lässt sich mittlerweile nicht nur die Position ändern, sondern auch der komplette Name. Doch auch hier gibt es Hürden. Das geht nur aus „wichtigem Grund“, heißt es im Korbacher Bürgerbüro. Im entsprechenden Gesetz seien dazu zwar keine weiteren Erläuterungen enthalten, aber eine Kommentierung biete einen Überblick über mögliche Gründe für eine Namensänderung: Aus religiösen Erwägungen, beispielsweise bei einem Religionswechsel, ist das möglich, wenn der Aus- und Neueintritt einer Religionsgemeinschaft nachgewiesen wird. Ein islamischer Vorname kann dann dem bisherigen zugefügt werden.

Auch bei starken psychischen Leiden aufgrund des Namens kann er geändert werden. Spätaussiedler oder Bürger mit ausländischen Wurzeln können ihre Namen eindeutschen lassen. So kann aus Pjotr Peter werden.

Möglich ist eine Vornamensänderung auch, wenn ein Name jahrelang „gutgläubig“ geführt wird: Wenn Friedrich als Fritz bekannt ist und auch bei Institutionen mit seinem Rufnamen geführt wird.

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