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Edersee: Gipfel-Gespräch in Kassel bringt herbe Enttäuschung – Umfrage

- Edersee/Kassel. Das Edersee-Gespräch im Regierungspräsidium Kassel am Mittwoch hinterlässt bittere Enttäuschung.

Mehr als 30 Minuten überzogen die Beteiligten am Mittwochabend die angesetzte Zeit. Das Gespräch im Regierungspräsidium endete mit bitteren Wahrheiten für die Edersee-Region.

Landrat Dr. Reinhard Kubat zog das Fazit: „Ich muss realistischerweise erkennen, dass es so furchtbar viele Stellschrauben nicht gibt wegen des Hochwasserschutzes für die Unterlieger der Talsperre. Die Spielräume sind begrenzt.“ Kann man den Hochwasserschutzraum, der als Freiraum für Schmelzwasser im Frühjahr vorgehalten wird, etwas absenken? Das solle ein Gutachten nochmals klären.

Im Herbst wollen sich alle Beteiligten – die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die Bürgermeister der Region Edersee und das Regierungspräsidium – nochmals zusammensetzen. RP Dr. Walter Lübcke, gebürtiger Anraffer und deshalb bestens mit den Verhältnissen an der Eder vertraut, warnt jedoch gemeinsam mit Hubert Kindt, dem Vizepräsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover, vor überzogenen Erwartungen an Änderungen in der Betriebsvorschrift. „Wir reden von wenigen Zentimetern Spielraum beim Pegel der Weser, was für den Wasserstand im Edersee vielleicht einen Unterschied von 1 bis 1,50 Meter ausmacht“, erklärt Lübcke.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte zuvor anhand der Niederschlags- und Bewirtschaftungsstatistiken dargelegt, dass die aktuelle Situation nicht die Folge einer falschen Steuerung, sondern der außergewöhnlichen Witterung geschuldet sei. Zwischen Februar und Mai fielen statt der 254 Millimeter Niederschlag im langjährigen Mittel nur 84 Millimeter. Das war nicht auszugleichen. (su)

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 18. August.

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