Schweizer Banker sollen noch aussagen

Eichenlaub-Prozess: Urteil bis Ende Januar möglich

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Helmut Eichenlaub ist angeklagt wegen Untreue, Bestechlichkeit und Betrugs. Sein Verteidiger ist der namhafte Frankfurter Anwalt Stefan Bonn (l.). (Foto: Jörg Kleine)

Korbach/Kassel. Im Prozess gegen den früheren Waldeck-Frankenberger Landrat Helmut Eichenlaub biegt die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kassel offenbar in die Schlussrunde ein.

Nach dem Terminplan des Vorsitzenden Richters Robert Winter könnte Ende Januar 2016 ein Urteil fallen. Zeugen der LB Swiss Vorher will das Gericht möglichst doch noch Zeugen aus der Schweiz vernehmen. Bislang wartete die Strafkammer vergeblich auf den Vorstandschef Holger Mai und weitere Mitarbeiter der „Frankfurter Bankgesellschaft“ (vormals „LB Swiss“) aus Zürich. Die Schweizer Privatbank ist zwar eine Tochterfirma der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Doch die als Zeugen geladenen Mitarbeiter berufen sich offenbar auf eine Verschwiegenheitspflicht als Banker und ihren Dienstsitz im Ausland.

Keine Schweigepflicht

Inzwischen haben die für den Eichenlaub-Prozess entscheidenden „Institutionen“ aber die Banker von ihrer Geheimhaltungspflicht entbunden, wie der Vorsitzende Richter gestern bei der Verhandlung erklärte: Entsprechende Schreiben des Landkreises Waldeck-Frankenberg, des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft und der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) liegen der Strafkammer vor. Für den 7. oder 8. Dezember will das Gericht die Zeugen aus der Schweiz abermals vorladen. Im Zweifel erwägt Winter, die Zeugen bei der deutschen Botschaft in Bern zu befragen oder vor einem grenznahen Amtsgericht.

Beim Verhandlungstag gestern präsentierte das Gericht eine Fülle von Dokumenten – ob Kontoauszüge, Verträge, Mails oder Aktenvermerke aus den Jahren 2006 bis 2010. Ergebnis: Ex-Landrat Eichenlaub hatte sich seit 1998 offenbar in eine von der Helaba beworbene, aber unsolide Altersvorsorge verstrickt. Einen Teil der Verluste versuchte Eichenlaub im Einklang mit der LB Swiss scheinbar durch unlautere Provisionen als Anlagevermittler wieder wettzumachen.

Mehr Hintergründe in unserer morgigen Zeitungsausgabe.

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