Waldeck-Frankenberg

Eichenlaub: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Provisionszahlungen

- Waldeck-Frankenberg. Von der Vermittlung einer millionenschweren Geldanlage für den Landkreis hat Ex-Landrat Helmut Eichenlaub offenbar selbst profitiert: 83.597 Euro Provision sind von der LB Swiss, einer Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen, zwischen 2006 und 2010 auf ein von Eichenlaub benanntes Konto geflossen. Außerdem habe sein Vorgänger einen Anspruch auf weitere 98.457 Euro erworben, die aber noch nicht ausgezahlt wurden, teilte Landrat Dr. Reinhard Kubat am Dienstag mit.

"Ich bin geschockt", so Landrat Dr. Reinhard Kubat, der die Meldung im Akteneinsichtsausschuss zu Eichenlaubs Dienstreisen verkündete. "Das ist nachhaltiger und tiefer alles alles andere, über das wir uns bis jetzt unterhalten haben." Die Provisionen hätten eigentlich der Sparkasse Waldeck-Frankenberg für die "Markterschließung in der Region" zugestanden, wie Michael Bott, Vorsitzender des Sparkassen-Vorstands, gegenüber der WLZ-FZ erklärte. Das Geld landete aber auf einem Konto mit bislang unbekanntem Inhaber, das Eichenlaub gegenüber der LB Swiss angegeben hatte. "Ich kommentiere das nicht weiter", so Kubat im Ausschuss.

Ausgezahlt wurden bereits 83.597 Euro. Die Anwartschaft auf weitere 98.457 erwarb Eichenlaub, weil er als Kundenvermittler auftrat. Das Geld wurde laut Kubat noch nicht überwiesen.

Noch in dieser Woche solle eine Sondersitzung des Verwaltungsrats der Sparkasse stattfinden, sagte Kubat. "Wir haben bereits die Innenrevision mit der Überprüfung des Falls beauftragt", erklärte Bott dieser Zeitung. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel, wie Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung auf Nachfrage bestätigte.Geprüft werde, ob der Tatbestand der Untreue oder des Betruges vorliege, so Jung.

Die Mitglieder des Akteneinsichtsausschusses reagierten mit Erschrecken auf die Nachricht: "Ich könnte heulen, es ist so schäbig", so Dagmar Deutschendorf (Grüne). (lb)

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