Kreis startet Outdoor-Projekt für Grundschulen · Kosten rund 36 000 Euro

Eigene Grenzen und Stärken entdecken

- Waldeck-Frankenberg (resa). Sie wollen eine ganze Schülergeneration prägen: Einmal im Jahr bietet der Landkreis für jede Grundschulklasse in Wal­deck-Frankenberg künftig ein Outdoor-Training an. Das soll Kinder frühzeitig team- und kritikfähig machen.

Ob kleine Prinzessinnen, Draufgänger oder Kinder mit vielen Sorgen im Gepäck: Beim Outdoor-Training geraten sie alle an ihre Grenzen. Und genau diese Erfahrung wünschen sich Andreas Greif vom Fachdienst Jugend und Matthias Schäfer vom Fachdienst Sport beim Landkreis für alle Kinder in Waldeck-Frankenberg. „Denn im Bewusstsein seiner eigenen Stärken handelt jeder Mensch effektiv“, sagt Andreas Greif. Und so haben die beiden Experten gemeinsam das Programm „Stark bewegt“ entwickelt, das allen Grundschülern im Landkreis zugute kommen soll: Einmal im Jahr bietet das Team gemeinsam mit vielen Helfern und den Lehrern jeder Klasse ein Outdoor-Training an. Einen Tag lang gehen Trainer und Kinder in den Wald, ins Feld und zum Wasser und stellen sich den Aufgaben des Trainings. „Dabei geht es immer um Gemeinschaftsaufgaben“, erklärt Greif.

Nicht nur die eigene Kraft ist dann gefragt, sondern die Kommunikation mit den anderen Kindern. Die Aufgabe des Trainers klingt leicht, ist aber zuweilen schwer: „Wir müssen die Kinder einfach mal nach eigenen Wegen suchen lassen“, erklärt Matthias Schäfer. Tränen und Ungerechtigkeit müssen die Trainer aushalten, bevor sie die Klassen zum Reflektieren einladen. Wer hat welche Rolle eingenommen? Wie könnte es besser laufen? Und warum führt der eigene Erfolg nicht immer zum Erfolg der Gruppe? „Wenn sich Kinder schon früh mit diesen Fragen auseinandersetzen, die Gruppe in den Blick nehmen und dabei ihre eigenen Grenzen kennenlernen, dann schulen wir wichtige Schlüsselqualifikationen“, sagt Greif.Die Kinder sollen also gestärkt aus dem besonderen Aktionstag hervorgehen: Kritikfähigkeit gerät ebenso in den Fokus wie Teamfähigkeit, Toleranz, Bewegung und Sensibilität. „Elternhäuser und Schulen können dem hohen Anspruch als Sozialisationsinstanz nicht immer gerecht werden“, sagt Greif, „dabei wollen wir helfen.“

Nach den Sommerferien fällt der Startschuss für das Projekt. Im Laufe des Jahres sollen dann alle ersten Klassen der 46 Grundschulen im Landkreis ein Training bekommen, das sich dann jährlich wiederholt.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 1.Februar

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