Frankenberg

„Ein Sahnehäubchen für die Bildung“

- Frankenberg (gl). Die Fachhochschule Gießen-Friedberg wird nach Frankenberg nun auch in Bad Wildungen und Bad Hersfeld vertreten sein. Dabei baut sie ihr Angebot auf fünf Studiengänge aus. Die Berufsakademie Nordhessen hingegen läuft aus.

„Das ist heute ein sehr wichtiger Termin für mich,“ begann der Frankenberger Bürgermeister Christian Engelhardt gestern Nachmittag seine kurze Begrüßung. Er hatte Vertreter der Kreises, der Wirtschaft und der Fachhochschule Gießen-Friedberg sowie seinen Bad Wildunger Kollegen Volker Zimmermann eingeladen, um zu erklären, was Roland Koch bei seinem Besuch in Bad Wildungen am 7. Juli bereits verkündet hat: Den Ausbau des „StudiumPlus“-Angebots. Die Hochschule erweitert ihr duales Studienangebot im Landkreis Waldeck-Frankenberg und in Bad Hersfeld. Nicht zufällig sind die Standorte die selben, an denen die Berufsakademie Nordhessen (BA) derzeit Bachelorstudiengänge anbietet. „Die BA läuft aus“, erklärte Volker Zimmermann. Sie habe ihren Auftrag erfüllt, das duale Studium in Nordhessen zu etablieren. Es sollen von nun an keine neue Studenten mehr zugelassen werden. Gleichzeitig sei aber garantiert, dass alle bisher eingeschriebenen Studierenden ihr Studium absolvieren können, „heute ist also ein Tag der Freude“. Landrat Dr. Reinhard Kubat sprach von dem „vielleicht wichtigsten Tag seit Beginn meiner Amtszeit“, denn die Verhandlungen seien nicht immer ganz einfach gewesen, hätten jetzt aber ein überaus positives Ende gefunden, das den Hochschulstandort Waldeck-Frankenberg stärke. Kubat lobte ausdrücklich seinen Vorgänger: „Helmut Eichenlaub hat diese Zusammenarbeit mit der FH Gießen-Friedberg erst in Gang gesetzt.“ Die neuen Studiengänge seien „das Sahnehäubchen für die Bildungsarbeit im Landkreis“. Duale Studiengänge sind zur Hälfte ein Studium, zur anderen Hälfte Praxisphasen im Unternehmen. Auf diese Weise können Firmen ihren Führungsnachwuchs gezielt ausbilden. Die Firmen tragen einen großen Teil der Kosten für das Studium. Professor Dr. Harald Danne, Leitender Direktor des „Zentrums für Duale Hochschulstudien“ (ZDH) betonte daher auch, dass die Errichtung von Außenstellen in Bad Wildungen und Bad Hersfeld sowie der Ausbau des Angebotes in Frankenberg keinerlei zusätzlicher Mittel aus dem Landeshaushalt bedürfe. Er sprach von einem besonderen Tag für die Fachhochschule denn „wir eröffnen nicht jeden Tag drei neue Außenstellen“. Er zeigte am Beispiel Wetzlar, wie er sich die Zukunft von „StudiumPlus“ in Nordhessen erwünscht: 2001 wurde dort der Studienbetrieb mit 20 Partnerunternehmen und 32 Studenten begonnen, inzwischen seien es gut 600 Studenten in mehr als 350 Partnerunternehmen, die das Angebot in Anspruch nehmen würden. Er zeigte sich auch erfreut, dass es für die Unternehmen einen reibungslosen Wechsel von der BA zum „StudiumPlus“ geben würde: „Wir können so alle drei BA-Standorte erhalten.“ Von einem „Erfolgsmodell mit strukturpolitischer Bedeutung“ sprach Dr. Uwe Schäkel, Vorstandsvorsitzender von „StudiumPlus“. Er lobte die anwesenden Politiker dafür, dass sie den ersten Schritt zur Zusammenarbeit gegangen seien und sich bewusst für die größte hessische Fachhochschule als Partner entschieden hätten.Beauftragte für das Angebot in Nordhessen wird Prof. Dr. Anita Röhm, die Geschäftsführende Direktorin des ZDH ist. Sie erklärte, dass die Fachhochschule zukünftig fünf Studiengänge in 17 Fachrichtungen anbieten werde. Nicht alle davon sind für Nordhessen vorgesehen, aber „sollte seitens der Wirtschaft Bedarf bestehen, sind wir da jederzeit gesprächsbereit.“ In Frankenberg soll ab dem Herbst zusätzlich zum Masterstudiengang „Prozessmanagement“ der Bachelorstudiengang „Ingenieurwesen“ angeboten werden. In Bad Wildungen soll Betriebswirtschaft in der Fachrichtung „Wirtschaftsinformatik“ und Bad Hersfeld ebenfalls Betriebswirtschaft mit der Fachrichtung „Logistikmanagement“ gelehrt werden. Zu erreichender Abschluss ist auch bei diesen beiden Studiengängen der Bachelor.

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