Heinrich Heidel (FDP) ist Mitglied der Bundesversammlung, die am 18. März Wulffs Nachfolger wählt

Eine Stimme aus Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg - Wenn am 18. März in Berlin der neue Bundespräsident gewählt wird, dann hat nur ein einziger Politiker aus Waldeck-Frankenberg das Stimmrecht: Heinrich Heidel, Landtagsabgeordneter der FDP.

Zur Wahl des Bundespräsidenten ist am 18. März die Bundesversammlung gefordert. Ihr gehören alle Mitglieder des Bundestags an – sowie eine gleich große Zahl an Vertretern aus den Bundesländern. Aus Hessen sind insgesamt 45 Mitglieder mit von der Partie. Sie wurden am Dienstag vom hessischen Landtag in einer Sondersitzung gewählt .

Die Parteien im Landtag müssen dabei nicht zwingend aktive Politiker oder Parteimitglieder nominieren. So schickt die CDU etwa auch den früheren Ministerpräsidenten Roland Koch in die Bundesversammlung. Die Grünen haben abermals Hildegard Hamm-Brücher in ihren Reihen – ehedem Vorzeigepolitikerin der FDP. Ein Freidemokrat ist derweil der einzige „Präsidentenmacher“ aus Waldeck-Frankenberg, der am 18. März in Berlin mitstimmt: Der Vöhler Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel.

„Es ist bereits meine dritte Präsidentenwahl“, schildert Heidel im Gespräch mit WLZ-FZ: „Und ich hoffe, dass die Amtszeit diesmal wieder deutlich länger dauert“, fügt Heidel vielsagend hinzu. Damit spielt Heidel auf die kurzen Amtsperioden von Christian Wulff (CDU) und dessen Vorgänger Horst Köhler an, die beide zurücktraten.

Als klarer Favorit gilt bei der Wahl am 18. März Joachim Gauck. Der frühere Chef der Stasi-Unterlagenbehörde wird von CDU, FDP, SPD und Grünen gleichermaßen unterstützt. Die Linkspartei hat derweil Beate Klarsfeld als Gegenkandidatin nominiert. Aus seinem Votum für Gauck macht Heinrich Heidel keinen Hehl. „Wir haben uns mit seiner Vita intensiv auseinandergesetzt. Gauck hat in schweren Zeiten zur Freiheit gestanden – und Freiheit ist auch ein wichtiges Thema der FDP“, sagt der Vöhler Liberale.

Zumal einige FDP-Mitglieder auch schon bei der vorigen Wahl nicht für den damaligen schwarz-gelben Regierungskandidaten Christian Wulff stimmten, sondern für Gauck. Das gilt für die Grünen sowieso, betont der Frankenberger Landtagsabgeordnete Jürgen Frömmrich: „Gauck ist ein sehr respektabler Kandidat.“ Auch Jürgen Frömmrich wird die Wahl am 18. März in Berlin hautnah verfolgen – allerdings als Ersatzmitglied, falls aus den Reihen der hessischen Grünen (sechs Mitglieder) in der Bundesversammlung jemand ausfällt. (jk)

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